Baden-Württemberg Archive | Reiselust-Mag Reisetipps für Bestager Sun, 06 Oct 2024 20:31:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.5.5 https://www.reiselust-mag.de/wp-content/uploads/cropped-Logo-Reiselust-32x32.png Baden-Württemberg Archive | Reiselust-Mag 32 32 Die 3 beliebtesten Radwege im Taubertal https://www.reiselust-mag.de/radwege-taubertal/ Wed, 07 Apr 2021 22:12:58 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=4900 Der Taubertalradweg ist der Klassiker unter den Radwegen im Taubertal. Entlang der Tauber entdecken Radfahrer kulturelle Schätze und regionale Kulinarik.

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Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich im Taubertal mittelalterliche Städte, trutzige Burgen und romantische Schlösser aneinander. Entlang der Tauber und des Mains, durch liebliche Täler und über grüne Hügel verbinden insgesamt mehr als 2000 Kilometer Radwege diese Sehenswürdigkeiten. Ich bin auf dem Taubertalradweg, der offiziell „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“ heißt, von Lauda-Königshofen über Bad Mergentheim nach Weikersheim geradelt. Und habe riesige Lust auf mehr bekommen. Deshalb kommen hier die beliebtesten Radrouten im Taubertal.

Taubertalradweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“

Der 100 Kilometer lange Taubertalradweg „Der Klassiker“ ist die Vorzeigeroute am nördlichsten Zipfel Baden-Württembergs. Initiiert wurde er vor mehr als 40 Jahren vom Tourismusverband „Liebliches Taubertal“.  Der Taubertalradweg führt immer am Fluss entlang von Rothenburg ob der Tauber bis nach Wertheim, wo die Tauber in den Main mündet.

„Der Klassiker“ wird seit 2009 vom ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, durchgehend mit 5 Sternen bewertet. Die Höchstbewertung von 5 Sternen wurde bisher nur zwei Mal in Deutschland vergeben.

Beate Ziehres auf dem Taubertalradweg "Der Klassiker". Foto: Andreas Rozak

Unterwegs auf dem Taubertalradweg „Der Klassiker“. Foto: Andreas Rozak

Rothenburg ob der Tauber ist Ausgangspunkt des „Klassikers“

Der Taubertalradweg startet in Rothenburg ob der Tauber. Im mittelalterlichen Rothenburg scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Stadt mit den pittoresken Häuschen und der komplett erhaltenen wuchtigen Stadtmauer ist ein Touristenmagnet. Zu Recht, wie ich finde.

Durch eine wunderschöne Kulturlandschaft führt die Radroute ab Rothenburg vorbei an rebenbewachsenen Hängen und Waldzügen an der Tauber entlang nach Creglingen. Hier lohnt ein Stopp beim berühmten Riemenschneider-Altar.

Die Radler passieren in Tauberrettersheim die Tauberbrücke von Balthasar Neumann und erreichen das Städtchen Weikersheim mit dem Schloss. Hier stellt man die Räder im äußeren Hof ab. Eine Besichtigung des Renaissanceschlosses und seines dreiachsigen Barockgartens ist ein Muss.

Taubertal, Schloss Weikersheim, Rittersaal – Beate Ziehres

Rittersaal im Schloss Weikersheim.

Am Taubertalradweg "Der Klassiker": Fahrradparkplatz am Schloss Weikersheim. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Parkplatz für die Fahrräder am Schloss Weikersheim.

Weiter geht es parallel zur Tauber nach Bad Mergentheim. In der Kurstadt führt der Radweg durch den weitläufigen Kurpark. Man könnte das Deutschordensmuseum besuchen oder einfach weiterradeln durch die Weinlandschaft um Lauda-Königshofen.

Taubertal: Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal. Foto: Beate Ziehres

Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal.

Weitere Perlen am Taubertalradweg sind das Kurmainzische Schloss mit Türmersturm in Tauberbischofsheim, das Pfeiferhannesmuseum in Werbach-Niklashausen, das Kloster Bronnbach und schließlich Wertheim mit der mächtigen Burg.

Taubertal: Burg Wertheim – Beate Ziehres

Burg Wertheim über Main und Tauber.

Auf dem Weg zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim informieren 20 Hörstationen über Kultur und Natur der Ferienlandschaft im Taubertal.

Tipp #1: Radelzüge und Radbus benutzen

Entlang der Strecke können Radfahrer auch die Radelzüge der Tauberbahn nutzen. Der Radtransport ist auf der gesamten Strecke von Montag bis Freitag ab 9 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ganztägig kostenfrei. Kombiniert mit der Taubertalcard erhalten Gäste beim Vorzeigen der entwerteten Fahrkarte mancherorts Preisnachlässe auf Wein und ermäßigte Eintrittspreise beziehungsweise Führungen.

Von April bis Oktober verkehrt an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen zwischen Weikersheim und Rothenburg zusätzlich ein Radbus. Der Radtransport ist hier ebenfalls kostenfrei.

Radweg „Liebliches Taubertal – Der Sportive“

Auf anspruchsvollen 160 Kilometern führt die Radroute „Liebliches Taubertal – Der Sportive“ von Wertheim über Freudenberg am Main nach Rothenburg ob der Tauber. Die Herausforderung: Der Radweg führt nicht durchs Tal, sondern über die Höhenzüge des Taubertals. Herrliche Panoramaausblicke entlang der Route belohnen die sportliche Leistung.

„Der Sportive“ kann auf fünf Tagesetappen aufgeteilt werden. Sehenswürdigkeiten an der Route sind beispielsweise die mittelalterliche Ruine Burg Freudenberg, das historische Külsheim mit mehr als 180 Bildstöcken in und um die Stadt und die berühmte Stuppacher Madonna des Malers Matthias Grünewald.

Taubertal: Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim – Beate Ziehres

Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim.

Tipp #2: E-Bike oder Pedelec ausprobieren

Je nach persönlicher Kondition bietet es sich an, die sportive Route mit dem E-Bike oder dem Pedelec zu befahren. Ich habe im Taubertal ein Mountainbike mit Elektrounterstützung ausprobiert und war restlos begeistert. Gegenwind, lange oder überraschend auftauchende Anstiege – alles kein Problem! Elektrofahrräder können im Taubertal an zehn Stellen ausgeliehen und der Akku an 79 Stationen aufgetankt werden.

Taubertal: Ankunft mit dem Fahrrad in Markelsheim – Beate Ziehres

Ankunft mit dem Fahrrad in Markelsheim, Taubertal.

Main-Tauber-Fränkischer Rad-Achter

Der mehr als 400 Kilometer lange Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter führt durch die Flusstäler der Tauber und des Mains. Dieser Radrundkurs richtet sich an Fernradler, die jeden Tag an einem anderen Ort übernachten möchten.

Der Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter vernetzt zwei beliebte Fahrradwege miteinander: den Taubertalradweg „Der Klassiker“ und den Mainradweg. Der Mainradweg rangiert unter den Top-Ten im ADFC-Ranking der beliebtesten deutschen Radwege. Die zwei Rundschleifen der Radroute gleichen einer liegenden Acht – daher der Name.

Radfahrer in Wertheim. Foto: Tourismusverband Liebliches Taubertal / Peter Frischmuth

Radfahrer in Wertheim. Foto: Tourismusverband Liebliches Taubertal / Peter Frischmuth

An der Tauber und am Main erwarten die Radfahrer eine schöne Landschaft, gastfreundliche Städte und eine ausgeprägte Fahrradinfrastruktur. Die Radroute führt auch in die  Ausläufer des Odenwaldes bei Buchen und Walldürn.

Radroute in elf Etappen

Der in elf Etappen gegliedert Main-Tauber-Fränkische Rad-Achter ist für alle Altersgruppen leicht zu bewältigen. Nur auf dem Weg in den Odenwald hinein sind zwei Anstiege zu überwinden. Ansonsten führt die Radtour entlang der Tauber und des Mains und vom Odenwald hinunter wieder ins Maintal.

Tipp #3: Mit der Bahn abkürzen

Mit der Tauberbahn, der Maintalbahn und der Odenwaldbahn lassen sich Streckenabschnitte des Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achters bequem abkürzen.

Weitere Radwege im Taubertal

Neben dem klassischen Taubertalradweg, der Route für sportliche Radler und dem Main-Tauber-Fränkischen Rad-Achter erwarten den Radfahrer im Taubertal beim Regioradeln insgesamt 12 Erlebnistouren. Der Grünkernradweg ist ein Beispiel für eine Erlebnistour. Die Rundkurse führen immer zum Ausgangs- beziehungsweise Übernachtungsort zurück.

Die Wein-Radreise führt hingegen auf 241 Kilometern durch das Taubertal, in seine Seitentäler und auf die Höhen bis zum Main. An der Route liegen die schönsten Weinorte des Taubertals.

Tipp #4: Radeln ohne Gepäck

Auf Mehrtagestouren durch das Taubertal können Radfahrer die Serviceleistung „Radeln ohne Gepäck“ nutzen. Im  Unterkunftsverzeichnis des Tourismusverbandes „Liebliches Taubertal“ sind Gastgeber, die Gepäcktransport anbieten, besonders ausgewiesen. Mehrtägige Touren auf den beliebtesten Radrouten rund um das Taubertal sind auch als komplette Arrangements mit Gepäcktransfer buchbar.

Tipp #5: Kulinarische Besonderheiten des Taubertals genießen

Ein ereignisreicher Tag im lieblichen Taubertal klingt am besten mit einem Besuch in einem gemütlichen Lokal aus. Hier kommen Taubertäler Spezialitäten auf den Tisch. Dazu zählen fantasievolle Gerichte aus dem für die Region typischen Grünkern, aber auch Bachforelle oder Wild aus eigener Jagd. Der kulinarische Genuss wird von exzellenten  Weinen aus dem Taubertal oder einem Edelobstbrand gekrönt.

Weinstraße Taubertal: Dieter Braun von der Edelobstbrennerei in Beckstein: gewaltige Auswahl an guten Tropfen. Foto: Beate Ziehres

Gewaltige Auswahl an guten Tropfen in der Edelobstbrennerei Braun.

Informationen zu allen Radrouten gibt beim Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon: 09341/82-5806, Fax: 09341/82-5700, E-Mail: touristik@liebliches-taubertal.de, Internet: www.liebliches-taubertal.de.

Fotos sofern nicht anders vermerkt: Beate Ziehres

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Die schönsten Badeseen im Schwarzwald https://www.reiselust-mag.de/badeseen-schwarzwald/ Mon, 22 Mar 2021 13:32:27 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=4886 Titisee, Windgfällweiher, Schluchsee und Schlüchtsee: die schönsten Badeseen im Schwarzwald auf einen Blick. Mit Tipps, Fakten, Lage und Anfahrt.

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Einige der heißesten Tage des Sommers 2020 verbringen wir im Hochschwarzwald. An solchen Tagen kommt unser Standardprogramm eines jeden sommerlichen Motorradurlaubs zum Einsatz: Schöne Route zu einem möglichst malerischen Badesee aussuchen, die Fahrt genießen und dann, wenn die Tagestemperaturen ihren Höhepunkt erreicht haben, baden und in der Sonne entspannen. Im Schwarzwald bleiben in dieser Hinsicht keine Wünsche offen. Die schönsten Badeseen liegen im Hochschwarzwald zwischen Hinterzarten, Titisee und St. Blasien.

Windgfällweiher

Der Windgfällweiher auf dem Gebiet der Gemeinde Lenzkirch an der B 500 gelegen ist mein Favorit im Schwarzwald. Der Weiher war ursprünglich ein kleiner, flacher Moor-See, der 1895 zu seiner heutigen Größe und Tiefe aufgestaut wurde. Dies bemerke ich auch, als ich das erste Mal ins kühle Nass eintauche: Das Wasser hat eine etwas moorige Farbe.

Dem Badevergnügen tut das jedoch keinen Abbruch. Mir gefällt der See so gut, weil er selbst bei größter Hitze nicht so überlaufen ist wie die benachbarten und bekannteren Badeseen – der Titisee und der Schluchsee.

Badeseen im Schwarzwald - Strandbad Windgfällweiher. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Strandbad am Windgfällweiher im Schwarzwald.

Am Ostufer des Sees gibt es ein Strandbad mit Liegewiese. Wir suchen uns allerdings abseits des Strandbads einen ruhigen und windgeschützten Liegeplatz in der Nähe des Stegs. Hier starten die Stand Up Paddler und die Surfer zu ihren Ausflügen auf dem Windgfällweiher.

Tipp: Badeschuhe leisten sowohl am Windgfällweiher als auch am Schluchsee gute Dienste, denn die Strände und die ersten Meter im Wasser sind steinig.

Badeseen im Schwarzwald - Windgfällweiher. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Unser Lieblingsbadesee im Schwarzwald: der Windgfällweiher.

Extratipp: Nach dem Baden kommt bei uns meist der Hunger. In einem dieser Momente entdecken wir Schlehdorns Seehof direkt am Windgfällweiher. Von der Terrasse aus genießen wir bei gutem Essen den Blick auf den See. Der Salat, der hier auf den Tisch kommt, hat es mir besonders angetan. Mein Schatz steht nachmittags ehr auf Süßes, insbesondere auf Waffeln. Auch er ist in Schlehdorns Seehof rundum glücklich geworden.

Fakten Windgfällweiher

  • Lage: Südöstlich von Altglashütten an der B 500 am Abzweig nach Lenzkirch. Ausgeschildert
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 966 Meter
  • Maximale Tiefe: 6 Meter
  • Fläche: 19,8 Hektar

Titisee

Der Titisee ist sagenumwoben und der bekannteste See im Schwarzwald. Kein Wunder. Malerisch schmiegt er sich zwischen die bewaldeten Berge. Der Ort Titisee direkt am Ufer des Titisees erschreckt mich allerdings etwas: Im Ortskern wimmelt es nur so von Menschen. Ich fühle mich an den Markusplatz in Venedig erinnert! Titisee ist ein Kurort, aber von Ruhe kann hier keine Rede sein.

Schnell fliehen wir in Richtung Hinterzarten und entdecken schließlich am Westufer des Titisees das Hotel Alemannenhof. Nach Kaffee und Kuchen mit Seeblick klettern wir hinab zum hauseigenen Strand und Bootsanleger.

Badeseen im Schwarzwald - Titisee, Strand am Alemannenhof, Hinterzarten. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Strand des Hotels Alemannenhof am Titisee im Schwarzwald.

Das Wasser sieht glasklar aus, aber wir testen es nicht selbst an diesem nicht ganz so heißen Tag. Es heißt, der Titisee sei einer der saubersten Seen Deutschlands. Hier zu stehen, aufs Wasser zu schauen, den Anblick und die himmlische Ruhe zu genießen – auch das ist ein Vergnügen. Von dieser Stelle aus gibt das Riesenrad in Titisee als Zeuge des Touristenansturms sogar einen interessanten Bildhintergrund ab.

Badeseen im Schwarzwald - Titisee. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Einer der schönsten Badeseen im Schwarzwald – der Titisee.

Hinter dem Kurpark in Titisee lädt übrigens auch ein Strandbad mit Liegewiese zu einer erfrischenden Runde im klaren Wasser des Bergsees ein. Hier am nordwestlichen Ufer gibt es Toiletten, Umkleidemöglichkeiten und Gastronomie. Der Eintritt ins Strandbad ist frei, gebührenpflichtige Parkplätze gibt es gegenüber der Badestelle.

Fakten Titisee

  • Lage: Südwestlich von Titisee-Neustadt an der B 500
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 846 Meter
  • Maximale Tiefe: 39 Meter
  • Fläche: 1,07 Quadratkilometer

Schluchsee

Der Schluchsee ist der mit Abstand größte Badesee im Hochschwarzwald. Der Stausee ist die höchstgelegene Talsperre Deutschlands und bietet ebenfalls Bademöglichkeiten.

Beim Blick von der schmalen Straße, die über die Staumauer führt, entdecken wir eine Badestelle. Die Temperaturen sind hochsommerlich an diesem Tag und der Strand, den wir ein Stück entfernt sehen, zieht uns magisch an. Es ist das Seestrandbad Schluchsee am Museumsbahnhof Seebrugg.

Das Strandbad verfügt über eine schöne Liegewiese. Doch der Strand erweist sich vor Ort als sehr steinig und das Wasser ist nicht ganz klar. Die Gastronomie im Seestrandbad versteht sich als Imbiss.

Badeseen im Schwarzwald - Schluchsee, Seestrandbad am Bahnhof Seebrugg. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Seestrandbad am Schluchsee, Bahnhof Seebrugg.

Nach dem Baden folgen wir den Gleisen der 3-Seenbahn, die am Bahnhof Seebrugg endet. Die 3-Seenbahn verbindet – wie der Name schon andeutet – die drei Seen Schluchsee, Windgfällweiher und Titisee.

Immer wieder öffnen sich entlang der Uferlinie schöne Blicke auf den Schluchsee. So entdecken wir das direkt am See gelegene Bad  „Aquafun“ im Ort Schluchsee. Auch die Boote in der Wolfsgrundbucht geben ein schönes Bild.

Badeseen im Schwarzwald - Schluchsee, Aquafun. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Das Aquafun Strandbad in Schluchsee am Schluchsee.

Badeseen im Schwarzwald - Schluchsee, Wolfsgrundschlucht. Foto: Beate Ziehres, Reiselust-Mag

Schluchsee: Boote in der Wolfsgrundbucht.

Fakten Schluchsee

  • Lage: Südlich von Altglashütten an der B 500
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 930 Meter
  • Maximale Tiefe: 61 Meter
  • Fläche: 5,17 Quadratkilometer

Schlüchtsee

Der Beitrag über Badeseen im Schwarzwald wäre nicht komplett ohne der Schlüchtsee. Der künstlich angelegte See liegt etwa 5 Kilometer östlich des Bahnhofs Seebrugg und des Schluchsees in Grafenhausen.

Der Schlüchtsee hat sich unserer Aufmerksamkeit vor Ort im Schwarzwald leider entzogen. Schade, wie ich nun im Nachhinein feststellen muss. Hier gibt es in landschaftlich schöner Lage ein Strandbad mit Liegewiese und Kiosk und angeblich viel Ruhe und Erholung.

Fakten Schlüchtsee

  • Lage: Östlich von Rothaus und Brünlisbach, nördlich von Grafenhausen
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 914 Meter
  • Maximale Tiefe: 5 Meter
  • Fläche: 6 Hektar

Alle Fotos: Beate Ziehres

Auf seinem Blog Campingliebe.de erklärt Sebastian, warum sich eine Reise in den Schwarzwald auf jeden Fall lohnt.

Alles rund um den Schwarzwald erfahren Sie bei Marcel auf Campingnerd.de.

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Deutschland, Frankreich, Schweiz, Tunesien – Reisen in 2020 https://www.reiselust-mag.de/reisen-2020/ https://www.reiselust-mag.de/reisen-2020/#comments Wed, 06 Jan 2021 19:32:53 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=4834 Ein Rückblick auf ein gar nicht so außergewöhnliches Reisejahr: 2020 haben wir die Schönheit Deutschlands und europäischer Nachbarländer entdeckt. Und den Norden Tunesiens.

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Ein paar Stunden am Feuer mit einer Tasse heißem Tee und dabei in Gedanken an die Reisen im vergangenen Jahr schwelgen – dieses Vergnügen gönne ich mir auch im Jahr 2020. Nicht dass ich mich langweilen würde, nein. Es wäre genug zu tun. Aber der Reiserückblick ist ein alljährliches Ritual geworden. Und so übel war das Reisejahr nicht – Corona hin oder her. Meine Sammlung von Reisefotos kann etliche Neuzugänge verzeichnen.

Tunesien

Im Februar, als das Corona-Virus gefühlt nur die Chinesen bedroht, steht meine erste Reise im Jahr 2020 auf dem Programm. Es geht in den Norden von Tunesien. Bei der Einreise in Tunis bildet sich zu meiner Verwunderung eine Schlange.

Nicht nur wird hier die Körpertemperatur jedes ankommenden Passagiers gemessen. Zusätzlich sind einige ungewohnte Formalitäten zu erledigen: Das Woher und Wohin wird ebenso abgefragt wie die Sitznummer im Flugzeug. Ich ahne nicht, dass dies ein Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf des Jahres ist.

Tabarka

Nach der in meiner Erinnerung letzten „normalen“ Pressekonferenz des Jahres 2020 – einem Gespräch im Tourismusministerium in Tunis – starten wir nach Tabarka. Die Stadt liegt im Nordwesten Tunesiens am Mittelmeer in der Nähe der algerischen Grenze.

Hier werden die goldfarbenen Strände umrahmt von Felsspitzen, Pinien und Korkeichenwäldern. In den Tiefen des Meeres vor Tabarka schlummern einzigartige Schätze: rote Korallen.

Einer meiner Lieblingsplätze zum Fotografieren ist der Hafen von Tabarka. Von hier aus fahren die Fischer und die Korallentaucher aufs Mittelmeer hinaus, um ihrem Tagewerk nachzugehen.

Hafen von Tabarka, Tunesien. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Hafen von Tabarka, Tunesien.

Niedersachsen

Von Nordafrika geht es zurück ins heimische Niedersachsen. Noch in Tabarka hat mich die Kunde vom Corona-Ausbruch in Italien erreicht. Doch von Reisen in Niedersachsen kann mich nicht einmal ein harter Lockdown abhalten. Im eigenen Land komme ich schon beruflich viel herum.

Meiner Tätigkeit als Bloggerin für den Tourismusverband Braunschweigerland verdanke ich einige meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr. Ein Highlight aus fotografischer Sicht war ein nachmittäglicher Stadtrundgang durch Braunschweig. Der Altstadtmarkt im Abendlicht gegen die tiefstehende Sonne ist mein Favorit.

Altstadtmarkt in Braunschweig. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Altstadtmarkt in Braunschweig.

Brandenburg

Auch in Brandenburg habe ich im Corona-Jahr einige Zeit verbracht. So führt unsere erste Reise nach den Lockerungen im Mai nach Frankfurt an der Oder und ins Schlaubetal. Radfahren ist angesagt. Auch in Potsdam bin ich in 2020 einige Male zu Besuch.

Frankfurt an der Oder

Während eines Familienausflugs mit den Drahteseln von Frankfurt nach Lebus entdecken wir bemerkenswerte Dinge: eine von russischen Kriegsgefangenen in sibirischer Bauweise errichtete Holzkirche, das Städtchen Lebus und das Naturschutzgebiet Oderberge.

An den Hängen der Oderberge soll es laut meinem Schwager Siggi – der hier zuhause ist – große Vorkommen des Adonisröschens geben. Doch im Mai suchen wir vergebens nach einem verspätet blühenden Exemplar. Das ist schade. Die surrealistisch anmutenden alten Weidenbäume entlang des Oder-Neiße-Radweges erfreuen den Radler glücklicherweise ganzjährig.

Familienausflug auf dem Oderradweg zwischen Lebus und Frankfurt. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Familienausflug auf dem Oderradweg zwischen Lebus und Frankfurt.

Potsdam

Tiefster Lockdown in Potsdam ist kein bisschen langweilig, wenn beispielsweise der Pfingstberg und der Neue Garten mit all ihren Sehenswürdigkeiten vor der Haustür liegen. In dieser Prachtlage wohnt seit einiger Zeit meine Tochter. Die bekanntesten und beliebtesten Anlaufpunkte sind hier das Belvedere auf dem Pfingstberg, das Schloss Cecilienhof und das Marmorpalais. Weniger bekannt, aber genauso schön anzusehen ist – in meinen Augen – die Alexander-Newski-Gedächtniskirche auf dem Pfingstberg.

Alexander-Newski-Gedächtniskirche auf dem Pfingstberg in Potsdam. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Alexander-Newski-Gedächtniskirche auf dem Pfingstberg in Potsdam.

Übrigens habe ich den März in Potsdam auch kulinarisch in bester Erinnerung behalten. Meine Tochter zauberte ein Pesto aus frisch gesammeltem Berliner Bärlauch mit Walnüssen – ein Hochgenuss!

Frankreich

Den Sommer wollen wir eigentlich in Deutschland verbringen. Um den Schwarzwald mit dem Motorrad unsicher zu machen steuern wir Lörrach an. Doch so unterhaltsam die kurvigen Straßen, urigen Täler, frischen Seen und die zahlreichen Wasserfälle des Schwarzwalds auch sind – nach einigen Tagen lockt die Welt jenseits des Rheins. Das Dreiländereck verführt geradezu zu Abstechern nach Frankreich und in die Schweiz.

Unser erstes Ziel im Ausland ist das französisch-schweizerische Gebirgsmassiv des Jura. Durch einsame Wälder und menschenleere Gegenden erreichen wir den Fluss Doubs. Von hier aus ist es nicht mehr weit nach Saint-Hippolyte. Vor dem hübschen, irgendwie typisch französischen Rathaus stellen wir die Mopeds ab. Und wie der Zufall es will gibt es an dieser Stelle eine Bar. Wir gönnen uns hausgemachte Aprikosen-Tarte mit Mandeln und einen „Petit Noir“ und fühlen uns wie Gott in Frankreich.

Pause in Saint-Hippolyte, Doubs, Frankreich. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Pause in Saint-Hippolyte, Doubs, Frankreich.

Eguisheim im Elsass

Das Jura und das Gefühl, wieder einmal in Frankreich zu sein, haben uns richtig gut gefallen. Deshalb machen wir gleich noch einen  Ausflug ins Elsass. Ich habe das mittelalterliche Fachwerk-Städtchen Eguisheim ausgesucht. Wie die Häute einer Zwiebel umschließen hier die vielen kleinen Gassen den alten Ortskern. Im Zentrum liegt auf einem Hügel die Burg Eguisheim. Angeblich ist hier Bruno von Egisheim-Dagsburg geboren, der im Jahr 1049 Papst Leo IX wurde.

Im Herzen der Altstadt angekommen kaufen wir ein paar Pasteten und Rotwein für das Abendbrot. Auf dem Weg zurück entpuppt sich das Gassen-Gewirr mit den pittoresken Häuschen schließlich als Labyrinth: Bei gefühlten 40 Grad im Schatten  finden wir die Motorräder nicht mehr! Das ist mir noch nie passiert. Ehrlich!

Eguisheim im Elsass, Frankreich. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Eguisheim im Elsass, Frankreich.

Na ja, nach einem längeren Fußmarsch und unter Zuhilfenahme der Sonne als Navigationsinstrument haben wir die Mopeds doch wieder gefunden. Und danach sogar den Weg zu einer der vielen Burgen, die über Eguisheim thronen. Die Aussicht von dort oben über die Rheinebene bis zum Schwarzwald belohnt alle Mühen.

Schweiz

Weil ich gerade von Aussicht spreche: Schon vor der Abfahrt in den Urlaub hat mein Schatz auf der Landkarte Beatenberg entdeckt und entschieden: Da müssen wir hin. Schließlich gibt es nicht viele Orte auf der Welt, die nach mir benannt sind ;-). Beatenberg liegt in der Schweiz auf 1200 Metern Höhe und verspricht eine tolle Aussicht auf Eiger, Mönch, Jungfrau und den Thunersee. Deshalb sind wir nun auf dem Weg ins Berner Oberland.

Thunersee

Der Weg nach Beatenberg war ganz schön weit. Und wir haben es nicht bis zum Ort selbst geschafft, sondern nur zur Beatenbucht am Thunersee. Vom Ufer des Thunersees konnten wir uns einfach nicht losreißen. Das Wasser des Sees ist unwirklich hellblau, sagenhaft klar, aber auch unglaublich kalt.

Da sich mein Schatz von kaltem Wasser nicht abschrecken lässt, steigt er gleich zweimal in diese eisige Flut. Dabei bemerkt er allerdings eine rätselhafte Strömung. Später berichtet uns ein Taucher, dass in Ufernähe eine Felswand bis zu 200 Meter senkrecht nach unten abfällt bis zum Grund des Sees. Das mag ein Paradies für Steilwand-Taucher sein, aber nichts für mich. Da vertreibe ich mir lieber die Zeit mit Fotografieren.

Motorradtour zum Thunersee in der Schweiz. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Motorradtour zum Thunersee in der Schweiz.

Rheinfall von Schaffhausen

Durch Zufall landen wir am nächsten Tag schon wieder in der Schweiz: am Rheinfall von Schaffhausen. Eigentlich hatte uns an diesem heißen Sonntagnachmittag ein Besuch im Schwimmbad vorgeschwebt. Aber: Ohne online vorgebuchten und bezahlten Slot war das in diesem Jahr ein aussichtsloses Unterfangen.

Wir also bei über 30 Grad wieder in die Motorradklamotten und diesmal auf in Richtung Osten. Ich habe mich immer gefragt, ob der Rheinfall vielleicht ein Reinfall ist. Aber ich muss sagen: Nein! Die tosenden türkisfarbenen Wassermassen, die in Schaffhausen über die und zwischen den Felsen nach unten stürzen, sind wirklich einen Besuch wert. Nicht ganz vergleichbar mit den Niagara-Fällen, aber doch beachtlich.

Rheinfall von Schaffhausen. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Rheinfall von Schaffhausen.

Ich bin jedenfalls beeindruckt von diesem feuchten Spektakel und muss noch einmal kommen. Denn wir haben gleich Bekanntschaft mit der schweizerischen Pünktlichkeit gemacht. Bis wir zu Lande ausführlich alle Facetten des Rheinfalls bestaunt hatten und eine Bootsfahrt machen wollten, um noch mehr zu sehen, war es 18 Uhr. Die Schiffe lagen alle am Steg, die Kapitäne saßen beim Abendbrot und die Matrosen genossen den wohlverdienten Feierabend …

Rheinland-Pfalz

Nach den ereignisreichen Tagen im äußersten Südwesten Deutschlands geht es für uns noch nicht nach Hause, sondern in die Eifel. Hier war ich auch ewig nicht und anscheinend noch nie so richtig. So entdecken wir hier im Corona-Sommer noch mehr Wasserfälle, Burgen, Schlösser und Wunderbares.

Teufelsschlucht

Unter die Rubrik „Wunder der Natur“ fällt die Teufelsschlucht in der Südeifel. Die Teufelsschlucht ist eine bizarre Landschaft mit steilen Felswänden, tiefen Spalten und engen Schluchten. Sie entstand infolge einer Serie von Felsstürzen am Ende der jüngsten Eiszeit. Die idyllischen Irreler Wasserfälle sind ebenfalls in diesem Gebiet zu finden und genauso entstanden.

Teufelsschlucht in der Eifel. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Teufelsschlucht in der Eifel.

Saarburg

Ein Wasserfall mitten im Stadtzentrum – welche Stadt hat eine solche Attraktion schon zu bieten? Ich kannte bis zum Sommer 2020 keine. Doch dann regte die Nichte meines Mannes genau eine Woche nach der ausgefallenen Bootsfahrt beim Rheinfall eine Schifffahrt in Saarburg an.

Zwar fährt der Ausflugsdampfer in Saarburg nicht vor die herunterstürzenden Wassermassen. Hier handelt es sich um zwei unterschiedliche Ereignisse: eine Schifffahrt auf der Saar, vorbei an Weinbergen, und einen Wasserfall im Herzen Saarburgs, den man sich ausschließlich zu Fuß erschließt.

Saarburg: Wasserfall im Ortskern. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Saarburg: Wasserfall im Ortskern.

Um den von Cafés, Pizzerien und Schalläden gesäumten Wasserfall ist Saarburg zu beneiden. Hier hätte ich mich gerne länger aufgehalten, aber in Saarburg sind an diesem Sonntagnachmittag gefühlt noch mehr Menschen unterwegs als die Woche zuvor am Rheinfall von Schaffhausen. Hinzu kommt: Die Nichte hat eine Tiramisu-Torte gebacken. Dafür lohnt sich die Weiterfahrt ins Saarland allemal! Ein weiteres kulinarisches Highlight des Jahres.

Berchtesgadener Land

Bevor ich im Oktober das Berchtesgadener Land entdeckte, waren wir noch zu einem Familien-Wochenendtrip in Tangermünde . Der Ausflug nach Sachsen-Anhalt mit einer Übernachtung in den Exempel Schlafstuben war das Ostergeschenk für meine Lieben.   Nach all den Kontaktbeschränkungen und Restaurantschließungen im Frühjahr wollten wir es uns einmal richtig gut gehen lassen. Das ist gelungen.

Aber ich komme nun langsam in Zeitnot. Denn mit diesem Beitrag will ich mich an Michaels traditioneller Fotoparade zum Jahresende auf Erkunde-die-Welt.de beteiligen. Weil sich der Einsendeschluss schnell nähert, muss ich mich etwas sputen. Und der Bericht über den Fotoworkshop im Berchtesgadener Land fällt notgedrungen kürzer aus.

Soviel: Unsere kleine Gruppe hatte riesiges Glück. Wenige Tage nach unserem Besuch mussten alle Gäste nach Hause und das Berchtesgadener Land wurde als erste Region Deutschlands in den zweiten Lockdown geschickt. Umso unvergesslicher war für mich die Zeit zwischen Almbachklamm und Wimbachklamm, berauschend die Exkursionen zu Hintersee und Obersee, traumhaft schön die Momente zwischen Watzmann und Jenner.

Aus dem Berchtesgadener Land habe ich so viele Bilder mitgebracht, dass es für mindestens fünf Blogposts reicht. Leider hat die Zeit bisher nicht mal für einen einzigen gereicht und auch nicht, um das Bildmaterial genüsslich zu bearbeiten.

Deshalb schließe ich jetzt mit

  • einer Impression vom legendären Bootshaus am Obersee im Regen und
  • einem morgendlichen Eindruck vom Königssee in Schönau.

Und dem großen Versprechen, dass irgendwann mehr kommt aus dem Berchtesgadener Land.

Morgenstimmung am Königssee in Schönau. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Morgenstimmung am Königssee in Schönau.

Instagramable Bootshaus am Obersee im Berchtesgadener Land. Foto: Beate Ziehres / Reiselust-Mag

Instagramable Bootshaus am Obersee im Berchtesgadener Land.

Alle Fotos: Beate Ziehres

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Urlaub von Corona – meine Lieblingsziele in Deutschland https://www.reiselust-mag.de/urlaub-corona-deutschland/ https://www.reiselust-mag.de/urlaub-corona-deutschland/#comments Mon, 04 May 2020 09:37:37 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=4625 Urlaub in Deutschland ist für mich keine Notlösung. Sechs Bundesländer habe ich ausgesucht, die entspannende und erlebnisreiche Reisen versprechen.

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Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Garten. Über mir spannt sich knallblauer Himmel, die Sonne scheint, der Kirschbaum blüht und die Vögel haben ein vielstimmiges Konzert angestimmt. Ein schöner Frühlingstag also. Es hätte schlimmer kommen können. Doch vom Sommer erwarte ich mehr: genussvolle Roadtrips, baden in klaren Seen und Entspannung bei regionalen kulinarischen Köstlichkeiten, die ich nicht selbst gekocht habe. Deshalb schmiede ich – Corona zum Trotz – Pläne für Urlaub in Deutschland.

Baden-Württemberg

Für Baden-Württemberg schwebt mir in diesem Sommer eine Tour vor, die seit dem vorigen Jahr auf meiner Bucket List steht: mit Wohnmobil und Motorrad vom äußersten nördlichen Zipfel bis in die südwestliche Ecke des Bundeslandes. Also von Wertheim am Main durchs liebliche Taubertal über die schwäbische Alb und den Schwarzwald ins Markgräflerland. Natürlich mit einem Abstecher zum Kaiserstuhl.

Taubertal: Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim – Beate Ziehres

Liebliches Taubertal: Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim.

Taubertal

Auf dem Weg werden wir meine Lieblingswinzer besuchen und uns bis zum Erreichen des zulässigen Gesamtgewichts mit Wein eindecken. Auf meiner Einkaufsliste steht unter anderem der Rosé des Weingutes Benz in Beckstein. Der Wein aus dem Taubertal hat ein feines Himbeeraroma – in der warmen Jahreszeit gibt es nichts Besseres.

Weinstraße Taubertal, Weingut Benz: Juniorchefin Corina Benz. Foto: Beate Ziehres

Corina Benz, Juniorchefin des Weingutes Benz in Beckstein

Entlang der badischen Weinstraße, zu der auch das Taubertal zählt, werden wir auf Winzerhöfen und bei Weinbauern übernachten. Ein entsprechender Flyer weist alleine an dieser genussversprechenden Route 66 Wohnmobilstellplätze aus. Sie liegen an oder in den Weinbergen, in den Obstgärten der Winzer oder auf ihren Höfen.

Markgräflerland

Einer dieser Stellplätze im Markgräflerland ist die Obstwiese des Weinguts Claudia Straub in Efringen-Kirchen. Hier haben wir schon einmal nach Kellerbesichtigung und Weinkauf eine Nacht verbracht. Ich erinnere mich noch an die Ruhe und die herrliche Abgeschiedenheit des Gartens. Und daran, dass wir zu später Stunde den selbstgebrannten Zibärtle eines Wohnmobilisten, der zwei Bäume weiter stand, kosten durften. Es war eine Offenbarung!

Blansingen, Wohnmobilstellplatz im Garten des Weinguts Claudia Straub. Foto: Beate Ziehres

Grüner Stellplatz für Wohnmobile auf dem Weingut Claudia Staub in Efringen-Kirchen (Blansingen).

Kellerbesichtigung Weingut Claudia Staub in Blansingen, Efringen-Kirchen, Baden-Württemberg. Chef Markus Worm. Foto: Beate Ziehres

Kellerbesichtigung auf dem Weingut Claudia Staub in Blansingen. Winzer Markus Worm lädt zur Weinprobe.

Schon jetzt gilt für mich auch ein Abendessen im Gasthof „Ochsen“ in Feldberg, einem Stadtteil von Müllheim/Baden, als gesetzt. Hier im zauberhaften Eggenertal am Fuß des sehenswerten Schlosses Bürgeln haben wir während unserer Erkundungstour durchs Markgräflerland ebenfalls Station gemacht.

Im weithin für seine gute Küche bekannten Ochsen bereitet der Chef Hans Adam-Eglin köstliche Markgräfler Gerichte zu. Zu den Spezialitäten zählen insbesondere Innereien. Beispielsweise geschnetzelte Kalbsnieren in Pommery-Senfsoße oder Kalbsleberschnitten in Butter gebraten mit Speck, Rösti und Salat. Ach, die Gutedelcremesuppe als Vorspeise ist ein Muss! Schließlich befinden wir uns hier im Heimatland des Gutedels.

Gutedelsuppe im "Ochsen" in Feldberg, Markgräflerland. Foto: Beate Ziehres

Gutedelcremesuppe

Kalbsleber beim "Ochsen" in Feldberg. Foto: Beate Ziehres

Kalbsleber zum Abendessen im Garten des „Ochsen“ in Feldberg.

Garten des Gasthof "Ochsen" in Feldberg. Foto: Beate Ziehres

Der Garten des Gasthofs „Ochsen“.

Brandenburg

Brandenburg ist in unserem Haus immer für eine kleine Flucht aus dem Alltag gut. Sicherlich ist in diesem Sommer noch eine Stippvisite am Wusterwitzer See drin. Potsdam ist eine der wenigen Städte auf meiner Liste. Mit dem Seenland Oder-Spree bin ich während eines Viertagestrips im vergangenen Herbst nicht fertig geworden. Und der Spreewald war eigentlich schon an Ostern vorgesehen und ist leider ausgefallen.

Wusterwitzer See

Etwas mehr als eine Stunde trennt uns von diesem kleinen See mit Havelanschluss. Ein Essen, eine Bootstour oder ein erfrischendes Bad sind immer drin am Wusterwitzer See. Im Zweifelsfall reichen sogar ein Spaziergang am Ufer und ein Eis, um bei mir Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen.

Mein Lebensgefährte verbindet mit diesem beschaulichen See westlich der Stadt Brandenburg besondere Erinnerungen. Deshalb ist der Wusterwitzer See regelmäßig ein Ziel für Ausflüge. Vielleicht bleiben wir dieses Jahr sogar mal länger, schließlich gibt es drei Campingplätze am See.

Wusterwitzer See, Brandenburg, Deutschland. Foto: Beate Ziehres

Am Wusterwitzer See

Urlaub in Deutschland: Wusterwitzer See. Foto: Beate Ziehres

Na?? Wohl doch noch etwas frisch für ein Bad …

Urlaub in Deutschland: Boote am Wusterwitzer See in Brandenburg. Foto: Beate Ziehres

Boote am Wusterwitzer See in Brandenburg

Salat am Wusterwitzer See. Foto: Beate Ziehres

Direkt am Ufer des Wusterwitzer Sees schmeckt der Salat noch besser.

Potsdam

Die Hauptstadt Brandenburgs geht für uns immer. Hier haben wir Freunde und neuerdings sogar Familie. Schon seit dem ersten Kennenlernen bin ich begeistert von der Lebensqualität in Potsdam. Und die Sehenswürdigkeiten, die man in aller Ruhe außerhalb der Innenstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann, ergeben eine lange Liste.

Ich kenne keine andere deutsche Stadt, die eine vergleichbare Anzahl von Schlössern, Gärten und beachtenswerten Gebäuden vorweisen kann. Das Schönste: Viele Schlösser und Museen haben nach dem Corona-Shutdown schon wieder geöffnet.

Potsdam, Brandenburg: Heiliger See. Foto: Beate Ziehres

Idyll am Heiligen See in Potsdam.

Potsdam: Marmor-Palais im Neuen Garten. Foto: Beate Ziehres

Potsdam: Marmor-Palais im Neuen Garten.

Seenland Oder-Spree

Nachdem unsere Tour durchs Seenland Oder-Spree im vergangenen Herbst eindeutig zu kurz war, zieht es mich in diesem Jahr wieder in die Gegend zwischen Märkischer Schweiz und Oderbruch.

Hier gilt es ebenfalls, einige Schlösser, Burgen und Gutshöfe zu entdecken. Das Kloster Neuzelle steht auf meiner Liste und das wildromantische Schlaubetal. Ein Abstecher an den Scharmützelsee mit einem Bummel durch Bad Saarow ist ein Muss, ein erfrischendes Bad im Helene-See oder im Schervenzsee ein Kann – je nach Wetter.

Seenland Oder-Spree, Märkische Schweiz, Ihlow, Dorfteich. Foto: Beate Ziehres

Dorfteich in Ihlow, Märkische Schweiz.

Schervenzsee im Schlaubetal, Brandenburg. Foto: Beate Ziehres

Schön zum Baden: der Schervenzsee im Schlaubetal.

Brandenburg: Schloss Gusow. Foto: Beate Ziehres

Dornröschen lässt grüßen: merkwürdiges Schloss Gusow.

In Bad Saarow kann ich übrigens das „Freilich am See“ empfehlen. Hier sitzt man idealerweise mit einem Drink am Wasser und beobachtet den Sonnenuntergang. Dazu gibt’s bayerische Schmankerln wie Obatzter, Brezeln, Weißwurst und Backhendl. Danach Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott – Herz, was willst du mehr! Das Freilich am See öffnet ab Freitag, 15. Mai, wieder. Täglich ab 12 Uhr.

Bad Saarow, Freilich am See. Bayerische Schmankerln. Foto: Beate Ziehres

Bayerische Schmankerln kommen im Freilich am See in Bad Saarow auf den Tisch.

Freilich am See, Bad Saarow, Biergarten. Foto: Beate Ziehres

Biergarten des Freilich am See in Bad Saarow.

Und wenn wir schon im Seenland Oder-Spree sind, darf ein Verwandtenbesuch in Frankfurt/Oder mit einer ausführlichen Runde Rommé nicht fehlen.

Spreewald

Mein bisher einziger Besuch im Spreewald liegt schon viele Jahre zurück. Deshalb hatte ich mich schon auf Ostern gefreut. Vorgesehen war ein Familientreffen, natürlich mit touristischen Sequenzen. Abgesagt wegen Corona, aber der Spreewald gilt für mich nur als aufgeschoben.

Die mystische Stille des Waldes, nur unterbrochen vom Plätschern des Wassers am Kahn, das satte Grün, das sich im Wasser der Fließe spiegelt – herrlich! Bis es soweit ist, werde ich mir noch den einen oder anderen Spreewaldkrimi anschauen …

Hessen

Obwohl ich jahrelang in Hessen gelebt habe und unmittelbar an der hessischen Landesgrenze aufgewachsen bin, habe ich in diesem Bundesland noch längst nicht alles angeschaut. Zudem tut es ab und zu gut, sich wieder an Orten aufzuhalten, die man kennt.

Motorradtour

Deshalb habe ich auch in diesem Jahr wieder eine Motorradtour durch den Odenwald vorgesehen. Schon der Weg dorthin verspricht einen Rausch für die Sinne. Die urigen Buchen im Nationalpark Kellerwald-Edersee, übrigens UNESCO Welterbe, verzaubern mich immer wieder. Abstecher durch die Wälder des Lahn-Dill-Berglandes lohnen sich  ebenso wie Ausflüge in die geheimnisvollen Täler von Rhön und Spessart.

Wiesbaden

Seit meine Freundin Petra in Wiebaden wohnt, hat sie sich zur Hessen-Kennerin entwickelt. Gemeinsam haben wir die hessische Landeshauptstadt erkundet. Das Biebricher Schloss mit dem Schlosspark ist unbedingt einen Ausflug wert. Ein Bummel auf der Rheinpromenade gehört ebenfalls zu einem Besuch in Wiesbaden. Ein Eis von Stefano Covre vom Eiscafé am Rhein an der Ecke Rheingaustraße/Rathausstraße ist Kult, genau wie ein Wein vom Probierstand am Rhein, ganz in der Nähe des Eiscafés.

Ebenfalls schön: ein Spaziergang durch den Kurpark. Ich war übrigens überrascht, dass Wiesbaden eine international bekannte Kurstadt mit Kuranlagen, Thermalbad und Kurklinik ist. Das schreit nach einem Thermentest. Mein nächster Besuch in Wiesbaden ist schon geplant.

Wiesbaden: blühender Baum im Kurpark. Foto: Beate Ziehres

Blütenpracht im Kurpark von Wiesbaden.

Rheingau

Unter Petras Führung steht in diesem Jahr auch noch ein Ausflug ins Rheingau an. Genauer gesagt eine Wanderung. Von Rüdesheim am Rhein werden wir entweder – je nach Vorabendprogramm ;-) – die Seilbahn zum Niederwalddenkmal nehmen oder hoch wandern. Vom Niederwalddenkmal geht es weiter zum Jagdschloss Niederwald. Hier kann man ein schönes Mittagessen zu sich nehmen.

Danach steht schon wieder eine Entscheidung an: Nehmen wir den Sessellift nach Assmannshausen oder wandern wir? Es geht ja bergab … Von Assmannshausen treten wir den Rückweg mit dem Schiff an. Vorbei an der Ruine Burg Ehrenfels geht es gemächlich zurück nach Rüdesheim.

Hessen, Rheingau: an der Rheinpromenade von Eltville. Foto: Beate Ziehres

An der Rheinpromenade von Eltville.

Das Staatsweingut Kloster Eberbach ist als Drehort des Filmes „Im Name der Rose“ bekannt. Von der ehemaligen Zisterzienserabtei aus lohnt sich ein Abstecher zum schwarzen Häuschen im Steinberg. Hier genießt man edle Weine und die Panoramaaussicht auf das Rheingau.

Petras Restaurantempfehlungen im Rheingau

Baiken, Eltville. Petra Bohn

Petra beim Baiken in Eltville. Foto: Ronald Gleich

Niedersachsen

Wenn ich so nachrechne, komme ich zu dem Schluss, dass ich inzwischen 30 Jahre in Niedersachsen lebe. Langweilig geworden ist mir noch nie. Wie pflegte doch ein Bekannter von mir zu sagen: „Ich brauche keinen Psychiater, ich fahre Motorrad“. Diese Maxime habe ich mir zu Eigen gemacht und befolge sie auch jetzt in Zeiten von Corona. Niedersachsen ist in dieser Hinsicht zum Glück sehr liberal. Danke dafür!

Ich finde ja, dass es keinen Zeitvertreib gibt, der entspannender und abwechslungsreicher ist. Meine Maschine bringt mich den einen Sonntag in das nördliche Harzvorland, auch liebevoll Toskana des Nordens genannt, und den nächsten in die Heide nördlich von Gifhorn. Hier bietet sich ein Besuch im Internationalen Mühlenmuseum an.

Niedersachsen: Motorradtour im nördlichen Harzvorland. Foto: Beate Ziehres

Motorradtour durchs Nördliche Harzvorland.

Niedersachsen: Vienenburger See. Foto: Beate Ziehres

Vienenburger See im Nördlichen Harzvorland.

Wenn ich die Zeit am Frühstückstisch nicht vergesse, reicht der Tag auch für eine entspannte Tour in den Harz. Apropos Harz: Hier soll es spannende neue Angebote für Genießer geben. Eine Bloggerreise, in deren Rahmen ich sie kennenlernen und vorstellen wollte, wurde verschoben. Die Vorfreude ist also noch etwas verlängert.

Waldschaukel am Hasselteich bei Bad Harzburg – Foto: Beate Ziehres

Schöne Pause auf der Waldschaukel beim Molkenhaus, Bad Harzburg – Foto: Beate Ziehres

Wo ich in diesem Sommer noch hinfahren möchte in Niedersachsen? Auf jeden Fall ans Steinhuder Meer, um geräucherten Aal zu essen und den Sonnenuntergang am Wasser zu genießen. Und die Grafschaft Bentheim steht schon lange auf meiner Liste. Wenn Städtereisen wieder Spaß machen, will ich unbedingt nach Einbeck und Stade.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz war ich lange nicht. Deshalb steht die Gegend auch auf dem Programm, wenn ich Petra in Wiesbaden wieder besuche. Geplant ist beispielsweise ein Ausflug nach Oberwesel. Die Stadt war im Hoch- und Spätmittelalter selbstständige Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich.

Oberwesel ist nicht nur interessant für Geschichtsinteressierte. Auch Filmfans kommen hier auf ihre Kosten. Das Günderodehaus oberhalb von Oberwesel war Kulisse für den letzten Teil der „Heimat“-Trilogie. Hier genießt man eine grandiose Aussicht über das Rheintal und die Stadt und isst authentische Hunsrücker Gerichte.

Rheinland-Pfalz: Blick vom Günderodehaus in Oberwesel auf den Rhein. Foto: Petra Bohn

Rheinland-Pfalz: Blick vom Günderodehaus in Oberwesel auf den Rhein. Foto: Petra Bohn

Ebenfalls sehenswert im Rheintal sind die alte Weinstadt Bacharach und Bingen. Beide Städte sind Teil des UNESCO Welterbes Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal. Das Rheintal gilt an dieser Stelle als Inbegriff von Rheinromantik. Baudenkmäler, Weinberge, am Ufer zusammengedrängte Orte und Höhenburgen auf den Felsvorsprüngen prägen das Bild.

Thüringen

Thüringen ist für uns ein traditionelles Ziel auf ausgedehnten Motorradtouren. Eisenach mit der Wartburg und der Drachenschlucht hatte ich lange nicht mehr. Die Drachenschlucht ist eine wildromantische Klamm, die an manchen Stellen nur schulterbreit ist. Unter den Füßen rauscht ein Bach.

Ein Besuch auf der Wartburg – ebenfalls UNESCO Welterbe und ab Montag, 4. Mai, nach der Corona-Pause wieder geöffnet – passt hervorragend zu einer Wanderung durch die Drachenschlucht. Ich sage nur Sängerkrieg, Heilige Elisabeth und Martin Luther – das besondere Ambiente der Wartburg beeindruckt und verzaubert mich immer wieder.

Hof der Wartburg in Thüringen. Foto: Beate Ziehres

Mittelalterliches Gemäuer: auf dem Hof der Wartburg in Thüringen.

Thüringen: Drachenschlucht bei Eisenach. Foto: Beate Ziehres

Thüringen: Drachenschlucht bei Eisenach.

Für Motorradfahrer ist in Thüringen der Kyffhäuser Kult. Nicht wegen des Kyffhäuserdenkmals, sondern wegen der 36 Kurven auf der knapp vier Kilometer langen Bergrennstrecke von Kelbra bis zur Bergkuppe. Ich fahre diese Strecke am liebsten abends, um geistigen Tieffliegern aus dem Weg zu gehen. Auch die Barbarossahöhle in Rottleben ist einen Besuch wert. Sie ist eine von weltweit zwei zugänglichen Anhydrit-Höhlen.

Weitere Ausflugsziele in Thüringen:

  • Erfurt
  • Weimar
  • Burgruine Hohnstein, Neustadt/Harz
  • Wandern im Thüringer Burgenland „Drei Gleichen“
  • Wandern in Neuhaus am Rennweg
  • Bergsee Ebertswiese, in der Nähe des Rennsteigs
  • Bergsee Ratscher, am Südhang des Thüringer Waldes
  • Bleilochstausee
Urlaub in Deutschland: Burgruine Hohnstein. Foto: Beate Ziehres

Urlaub in Deutschland: Burgruine Hohnstein.

Die beste Bratwurst Thüringens soll es übrigens im Gasthof „Zur Wegscheide“ zwischen Oberhof und Luisenthal geben. Der Grill ist auch während der Corona-Maßnahmen ab 11 Uhr geöffnet.

So, nun freue ich mich richtig auf einen entspannten und erlebnisreichen Urlaub in Deutschland – Corona hin oder her. Mir wird mit Sicherheit nichts fehlen. Ach ja, richtig: Das Programm reicht für mehrere Urlaube. Hoffentlich schaffe ich das alles in diesem Jahr …

Der Beitrag Urlaub von Corona – meine Lieblingsziele in Deutschland erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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Wein im Taubertal: Tauberschwarz und andere Köstlichkeiten https://www.reiselust-mag.de/wein-taubertal/ Tue, 26 Nov 2019 14:02:50 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=4029 Genussreisenden hat das Taubertal allerhand zu bieten: Zur bunten Wein-Vielfalt gesellen sich kulinarische Köstlichkeiten. Eine Reise entlang der Weinstraße Taubertal.

Der Beitrag Wein im Taubertal: Tauberschwarz und andere Köstlichkeiten erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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In der Landschaft zwischen Rothenburg ob der Tauber und Freudenberg am Main ist der Tisch reich gedeckt. Die Rede ist vom lieblichen Taubertal, seinen Weinen, Obstbränden und anderen regionalen Köstlichkeiten. Ich war mit einigen Kollegen auf der Weinstraße Taubertal unterwegs und habe die Zeit am nordöstlichsten Zipfel Baden-Württembergs sehr genossen. Dabei standen nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Radfahren und Kultur auf dem Programm.

Wein im Taubertal

Sprechen wir zuerst über die herausragende Spezialität des Taubertals: den Wein. An der Tauber dominieren bei den Rotweinen der Schwarzriesling und der Spätburgunder. Dornfelder und Neuzüchtungen wie Acolon und Regent ergänzen die Rotweinauswahl.

Bei den Weißweinen ist der Müller-Thurgau die Hauptrebsorte. Hinzu kommen der typische fränkische Silvaner und die Burgunder- und Rieslingweine. Aber auch Spezialitäten wie die Rebsorten Auxerrois, Traminer und Johanniter sind auf manchen Weingütern im Taubertal anzutreffen.

Die Winzer und Weingärtner des Weinlandes sind übrigens überzeugt, dass mit die schönsten Müller-Thurgau-Weine an der Tauber gedeihen und die Burgundertropfen internationalem Qualitätsniveau entsprechen.

In den fränkischen Anbaugebieten dürfen die Taubertäler Weine auch in die weltbekannten Bocksbeutelflaschen abgefüllt werden. Dabei kommt der Bocksbeutel neuerdings modern daher. Denn die Form der Flasche wurde überarbeitet und ist jetzt etwas kantiger als früher.

Reicholzheim: der neue Bocksbeutel. Foto: Beate Ziehres

Der neue Bocksbeutel, gesehen im „Winzerkeller im Taubertal“, Reicholzheim.

Tauberschwarz – ein ganz besonderer Wein

Die Rebe Tauberschwarz verschafft dem Taubertal ein Alleinstellungsmerkmal. Die autochthone Rebsorte stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1726 erstmals erwähnt. Tauberschwarz galt bereits als verloren, bis in den 1960er-Jahren einige Rebstöcke am südlichen Ende der Weinstraße Taubertal wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt wurden.

Heute ist Tauberschwarz in allen drei Anbaugebieten an der Weinstraße Taubertal – Baden, Württemberg und Franken – wieder anzutreffen. Der Tauberschwarz ist ein wunderbarer Sommerrotwein, der sich auch bei hohen Temperaturen gut auf der Terrasse verkosten lässt.

Bekanntschaft mit diesem besonderen Wein macht man beispielsweise bei einer Weinprobe auf dem Winzerhof Strebel in Beckstein.

Weinstraße Taubertal: Der Winzer Stefan Strebel aus Beckstein baut auch Tauberschwarz an und aus. Foto: Beate Ziehres

Der Winzer Stefan Strebel aus Beckstein baut auch Tauberschwarz an und aus.

„Tauberschwarz ist die einzige Rebsorte der Welt, die ihre Herkunft im Namen trägt“, sagt Stefan Strebel, als er uns seinen Tauberschwarz einschenkt. Und fährt fort: „Mit etwas Herzblut kann man daraus wunderschöne Weine machen.“

Unterwegs im Weinland Taubertal

Mehr als 200 Kilometer schlängelt sich die Weinstraße Taubertal durch das sanft-hügelige Weinland im äußersten Nordosten Baden-Württembergs. Links und rechts der Tauber ziehen sich an den Hängen die Weinberge hinauf. An der Weinstraße Taubertal liegen 28 Weinorte, die sich auf 16 Städte und Gemeinden verteilen. Von den Rebhängen bieten sich häufig herrliche Panoramablicke auf das Main- oder das Taubertal und die angrenzenden Regionen.

Weinstraße Taubertal: "Hoher Herrgott" in Külsheim. Foto: Beate Ziehres

„Hoher Herrgott“ in Külsheim.

Dertingen

Die Weinstraße Taubertal startet im Weinort Dertingen. Hier empfängt uns im Weinkeller Friedrich die Hausherrin. Silvia Friedrich reicht direkt nach dem Frühstück einen hervorragenden Winzersekt – ein prickelnder Start auf der Reise entlang der Weinstraße Taubertal!

Taubertal, Dertingen: Silvia Friedrich lädt zu einem Gläschen Winzersekt aus dem eigenen Weinkeller ein. Foto: Beate Ziehres

In Dertingen (Taubertal) lädt Silvia Friedrich zu einem Gläschen Winzersekt aus dem eigenen Weinkeller ein.

Bevor im Weinkeller, Baujahr 1550, ein 2018er Grauburgunder Kabinett auf den Tisch kommt, stellt uns Silvia Friedrich ihren Bruder vor. Winzermeister Martin Friedrich beschäftigt sich mit der Veredlung von Reben – der Spezialität des Betriebs. Und demonstriert auch gleich eindrucksvoll, wie Edelreise auf eine Unterlage gepfropft werden. Hierzu nutzt Martin Friedrich eine Veredelungsmaschine, die mit dem sogenannten Omega-Schnitt arbeitet.

Weinstraße Taubertal, Dertingen: Martin Friedrich demonstriert die Rebenveredelung. Foto: Beate Ziehres

Dertingen: Martin Friedrich demonstriert die Rebenveredelung.

Weinstraße Taubertal, Dertingen: Omegaschnitt. Foto: Beate Ziehres

Der Omegaschnitt ist deutlich zu erkennen.

Wertheim

Mit einem Oldtimer-Bus der Marke Kässbohrer-Setra, Baujahr 62, fahren wir nun am Main entlang nach Wertheim. 1962 brachte das Gefährt mit 148 PS und acht Gängen reiselustige Passagiere nach Rom.

Heute sind wir froh, unser Ziel zu erreichen, ohne am Berg hängen geblieben zu sein. Wie sich die Zeiten ändern! Aber ja, es ist eine entschleunigte Reise im historischen Bus und wo immer wir hinkommen, freuen sich die Passanten.

Oldtimerbus in Dertingen, Taubertal. Foto: Beate Ziehres

Mit dem Oldtimerbus auf der Weinstraße Taubertal unterwegs, hier in Dertingen.

Bus mit Aussicht. Foto: Beate Ziehres

Oldtimers mit Aussicht ins Taubertal.

In Wertheim lohnen sich ein Besuch auf der Burg und ein Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt. Für uns ist auch noch ein Besuch auf der anderen Mainseite im angrenzenden Bundesland Bayern drin. Mehr über den Besuch auf dem Weingut „Alte Grafschaft“ in Kreuzwertheim folgt weiter unten.

Taubertal: Innenstadt von Wertheim – Beate Ziehres

Die Innenstadt von Wertheim.

Taubertal: Blick von der Burg Wertheim über den Main nach Kreuzwertheim – Beate Ziehres

Blick von der Burg Wertheim über den Main nach Kreuzwertheim.

Reicholzheim

Von Wertheim führt die Weinstraße Taubertal flussaufwärts zu den Weinorten Reicholzheim und Külsheim. Im Reicholzheimer „Winzerkeller im Taubertal“ bietet Alexander Ley eine breite Auswahl von Weinen aus der Region an. Ley ist Leiter des Winzerkellers der GWF (Winzergemeinschaft Franken) im historischen Zehntkeller des Klosters Bronnbach.

Reicholzheim: Zehntkeller "Winzerkeller im Taubertal". Foto: Beate Ziehres

Im historischen Zehntkeller des Klosters Bronnbach.

Reicholzheim: Bocksbeutel im "Winzerkeller im Taubertal". Foto: Beate Ziehres

Reicholzheim: Bocksbeutel im „Winzerkeller im Taubertal“.

Im Fasskeller des Zehnthofes aus dem Jahr 1760 kann eine große Auswahl von Weinen aus dem Taubertal probiert werden. Darunter auch der Rotling, eine Spezialität aus Franken. Für den roséfarbenen Rotling werden rote und weiße Trauben zusammen gekeltert. Geschmacklich wird der Rotling von den fruchtigen weißen Trauben geprägt. Der Rosé hingegen besteht nur aus roten Trauben, die seinen Charakter bestimmen.

Extratipp: Im Winzerkeller lohnt sich ein Blick in die in Spinnweben gehüllte Sammlung historischer Wein(flaschen).

Weinstraße Taubertal: Raritätenkeller des "Winzerkellers im Taubertal". Foto: Beate Ziehres

Ganz schön staubig: Blick in den Raritätenkeller des „Winzerkellers im Taubertal“.

Külsheim

Die nächste Station unserer Reise auf der Weinstraße Taubertal ist Külsheim. Der Bus schnauft auf einer Serpentinenstraße die Weinberge hoch. Rechts Reben, links Reben, voraus und hinter uns auch – ein schönes Bild!

Weinstraße Taubertal: Mit dem Oldtimerbus in den Weinbergen. Foto: Beate Ziehres

Mit dem Oldtimerbus in den Weinbergen.

Am Waldrand oberhalb der Weinlage „Hoher Herrgott“ hält der Bus an. Inzwischen strahlt die Sonne vom Himmel, es ist warm geworden. Im „Hohen Herrgott“ treffen wir die Külsheimer Weinkönigin Laura Behringer und probieren mitten im Weinberg herrlich frischen Weißwein aus der Brunnenstadt Külsheim.

Külsheim, Weinstraße Taubertal: Weinkönigin Laura Behringer. Foto: Beate Ziehres

Külsheim: Weinkönigin Laura Behringer.

Beckstein

Weiter geht die Fahrt auf der Weinstraße Taubertal durch Werbach, Tauberbischofsheim und Königheim. Über den Weinort Gerlachsheim mit seiner Barockkirche erreichen wir Beckstein. Hier ist ein Spaziergang auf dem Weinlehrpfad geplant. Michael Spies, Marketingleiter der Becksteiner Winzer eG, begleitet uns auf dem Weinlehrpfad bis in die Weinberge von Beckstein.

Taubertal: Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal. Foto: Beate Ziehres

Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal.

Weinstraße Taubertal, Beckstein: Unterwegs auf dem Weinlehrpfad. Foto: Beate Ziehres

Beckstein: Unterwegs auf dem Weinlehrpfad.

Die Winzergenossenschaft Beckstein kann auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurückblicken. Rund 350 Mitglieder aus mehr als 20 Mitgliedsgemeinden bewirtschaften im Taubertal 270 Hektar Rebfläche. Eine Spezialität der drittältesten Winzergenossenschaft in Baden ist die Serie „Kilian“.

Weinstraße Taubertal: Michael Spies erklärt: In Beckstein steht der Wein während unseres Besuchs in Blüte. Foto: Beate Ziehres

Michael Spies erklärt: In Beckstein steht der Wein während unseres Besuchs in Blüte.

Von den Weinbergen mit Aussicht auf Beckstein geht es nach einem kurzen Stopp in der Vinothek der Becksteiner WeinWelt in den St.-Kilian-Keller. Hier wurde früher Wein ausgebaut und gelagert. Inzwischen ist der Gewölbekeller ein stilvoller Veranstaltungsort.

Weinstraße Taubertal: St.-Kilian-Keller der Winzergenossenschaft Beckstein. Foto: Beate Ziehres

Im St.-Kilian-Keller der Winzergenossenschaft Beckstein.

Markelsheim

Witzig: In Unterbalbach überquert der Reisende auf der Weinstraße Taubertal die Weingrenze zwischen Baden und Württemberg. In Württemberg reihen sich die Weinorte Markelsheim, Weikersheim und Laudenbach aneinander.

Nach Weikersheim überquert man die Weinbaugrenze zu Franken. Hier kann beispielsweise in Röttingen das Weinmuseum besucht werden. Auf dem weiteren Weg nach Süden kreuzt die Weinstraße noch einmal eine Weingrenze, nämlich die zwischen dem Fränkischen und dem Württembergischen.

Hinter dem weltbekannten Städtchen Rothenburg ob der Tauber endet die Weinstraße Taubertal schließlich in der kleinen Residenzstadt Niederstetten.

Weingüter im Taubertal

Im Taubertal werden rund 1100 Hektar Anbaufläche durch Winzer und Weingärtner bewirtschaftet. Auf etwa zwei Dritteln dieser Fläche gedeihen Weißweinsorten, ein Drittel ist mit Rotweinsorten bestockt. Entlang dem Flusslauf der Tauber und in den Nebentälern des Mains sind rund 30 private Weingüter tätig.

Weinstraße Taubertal, Weingut Benz: Juniorchefin Corina Benz. Foto: Beate Ziehres

Corina Benz, Juniorchefin des Weingutes Benz in Beckstein

Private Weingüter entwickeln beim Weinausbau meist eine ganze eigene Note. Die Winzer und Weingärtner bei einem Besuch auf dem Weingut persönlich kennenzulernen ist immer ein besonderes Erlebnis.

Kuriosität im Taubertal: Weinproduzenten, die ihre Weine auch in Bocksbeutelflaschen abfüllen dürfen, werden im Taubertal Winzer genannt. Sie sind in den badischen und fränkischen Teilen des Taubertals zuhause. Sie bewirtschaften Lagen mit klangvollen Namen wie Röttinger Feuerstein, Reicholzheimer Satzenberg oder Külsheimer Hoher Herrgott.

Im württembergischen Anbauteil des Taubertals werden die Weinproduzenten als Weingärtner bezeichnet. Sie bewirtschaften Weinbergslagen namens Weikersheimer Schmecker, Markelsheimer Probstberg oder Schäftersheimer Schafsteige.

Weingut Benz in Beckstein

Das Weingut Benz liegt etwas außerhalb des Weinortes Beckstein in einem Seitenarm des Taubertals. Und zwar inmitten der Weinberge. Die Familie Benz nennt ihr Weingut deshalb liebevoll „Das Weingut in den Reben“. „Hier inmitten dieser idyllischen Naturlandschaft haben wir alles, was man braucht für einen guten Wein: pure Natur, Weitblick und Ruhe“, sagt Juniorchefin Corina Benz.

Weinstraße Taubertal, Weingut Benz, Beckstein. Foto: Beate Ziehres

Das Weingut Benz in Beckstein liegt etwas abseits, dafür umso idyllischer.

Die Weinmacher Hubert und Michael Benz wirtschaften naturnah. Im Weinberg reagieren sie mit gezielter Bodenbearbeitung und striktem Laubwandmanagement auf die veränderten klimatischen Bedingungen. Dass sich die Mühe in Weinberg und Keller lohnt, bestätigt die jährlich wiederkehrende Auszeichnung im Gault Millau Weinguide.

Die rund 500.000 Rebstöcke des Weinguts gedeihen – wie im Taubertal üblich – auf Muschelkalk. Nicht ganz üblich ist der hohe Anteil roter Rebsorten: Bei Benz nehmen die Roten inzwischen 60 Prozent der Fläche ein.

Um Wein fühlbar und erlebbar zu machen, hat die Familie Benz die einzigartige Weinerlebnisführung „Vintasticum“ entwickelt. Eine Stunde lang werden bei einer Führung durch Reben und Keller alle Sinne angesprochen. Da tun sich ganz neue Perspektiven auf.

Weinstraße Taubertal, Weingut Benz: Vintasticum. Foto: Beate Ziehres

Während des Vintasticums auf dem Weingut Benz stellt der Besucher fest: Wein schmeckt bei unterschiedlicher Beleuchtung unterschiedlich.

Weingut Benz, Beckstein, Vintasticum: Auf Tuchfühlung mit dem Boden des Taubertals. Foto: Beate Ziehres

Auf Tuchfühlung mit dem Boden des Taubertals.

Auf dem Weingut Benz habe ich übrigens eine ganz neue Vorliebe entdeckt: Rosé. Der trockene Rosé de Benz aus der jungen Linie des Weinguts schmeckt mir nicht nur im Keller des Weinguts Benz. Auch zuhause auf der Terrasse entfaltet der fruchtig-leichte Wein eine überwältigende Himbeernote.

Webseite Weingut Benz

Winzerhof Strebel in Beckstein

„Qualität entsteht zu 100 Prozent im Weinberg“, sagt Stefan Strebel, Chef des gleichnamigen Winzerhofs in Beckstein. Erst seit 2012 baut das kleine Familienweingut eigene Weine aus. Alle Trauben werden per Hand gelesen, nur reifes und gesundes Lesegut kommt für die Weiterverarbeitung in Frage.

„Der größte Feind der Rebe ist der Eisenwurm.“ Stefan Strebel über den Einsatz von Traktoren im Weinberg

Weinstraße Taubertal: Stefan Strebel empfängt uns auf dem Winzerhof Strebel in Beckstein. Foto: Beate Ziehres

Stefan Strebel empfängt uns auf dem Winzerhof Strebel in Beckstein.

Der gelernte Weinbautechniker Stefan Strebel liebt moderne, fruchtig frische Weine. Die Gutsweine tragen Fantasienamen wie Leidenschaft, Herzblut und Sonnenkind und bestechen durch Frucht und Lebendigkeit.

Webseite Winzerhof Strebel

Winzerhof Baumann in Dertingen

Auf dem Winzerhof Baumann in Dertingen bewirtschaften Martin und Monika Baumann drei Hektar im integrierten Weinbau. In diesem Jahr wurde der Betrieb, der acht Sorten anbaut, zertifiziert. Die eigenen Weine sowie eigenen Sekt vertreibt die Familie Baumann als Selbstvermarkter nur über die eigene Theke oder online.

Weinstraße Taubertal, Dertingen: Winzer Martin Baumann. Foto: Beate Ziehres

Nette Begrüßung in Dertingen: Winzer Martin Baumann.

Winzerhof Baumann, Dertingen: Traubenkernöl zu Brot und Wein. Foto: Beate Ziehres

Auf dem Winzerhof Baumann in Dertingen habe ich Traubenkernöl zum Wein gekostet.

Auf dem Winzerhof Baumann probieren wir einen trockenen Gewürztraminer und Traubenkernöl. Der Gewürztraminer dürfte besonders Liebhaber aromatischer Weine begeistern. Übrigens: Auch bei Baumanns werden alle Weine sorgfältig von Hand gelesen.

Webseite Winzerhof Baumann

Weingut Oesterlein in Dertingen

Ebenfalls im Weinort Dertingen befindet sich das Weingut Oesterlein. Der Familienbetrieb ist das nördlichste Weingut Baden-Württembergs. Am Dertinger Mandelberg baut die Familie Klüpfel 16 verschiedene Rebsorten an: zehn weiße und sechs rote. Wir probieren einen herrlich fruchtig-leichten Sauvignon Blanc und einen Merlot, der mir ebenfalls gut schmeckt. Außerdem gibt es hauseigenen Sekt, Edelbrände und Liköre.

Webseite Weingut Oesterlein

Weingut „Alte Grafschaft“ in Kreuzwertheim

In einem markanten Staffelgiebelbau im Herzen Kreuzwertheims ist das Weingut „Alte Grafschaft“ zuhause. Schon im Jahr 1594 wurde hier eine Weinkellerei eingerichtet. 1633 kauften die Grafen von Wertheim das Anwesen, um ihre Weine hier auszubauen. Heute wird das Weingut von den beiden Wein-Idealisten Christoph Dinkel und Norbert Spielmann geführt.

Taubertal, Kreuzwertheim: Weingut Alte Grafschaft Norbert Spielmann – Beate Ziehres

Taubertal, Kreuzwertheim: Weingut Alte Grafschaft Norbert Spielmann

Das Weingut „Alte Grafschaft“ bewirtschaftet in Handarbeit die beiden besten Steillagen der ehemaligen Grafschaft Wertheim: den Kaffelstein im bayerischen Maintal und den Satzenberg im badischen Taubertal. Mit Steigungen um die 60 Prozent ist eine maschinelle Bearbeitung dieser Weinberge nicht möglich.

Zum krönenden Abschluss unseres Besuchs auf dem Weingut „Alte Grafschaft“ probieren wir Spielmann Pinot Noir/“R“ aus dem Jahr 2014 – ein wirklich außergewöhnliches Tröpfchen: handgelesen, 18 Monate in französischen Barrique-Fässern aus deutscher Eiche gereift und danach noch neun Monate in der Flasche. Die Nachfrage nach Spielmann Pinot Noir so hoch wie nie zuvor, erfahren wir.

Webseite Alte Grafschaft

Auf dem Weingut übernachten

Viele Weingüter im Taubertal bieten Übernachtungsmöglichkeiten für Urlauber an. Gäste schlafen entweder in Gästezimmern, im eigenen Wohnmobil auf dem Hof des Weinguts oder in ganz ausgefallenen Unterkünften. So lernen wir in Markelsheim eine Gastgeberin kennen, die romantische Übernachtungsmöglichkeiten in Weinfässern anbietet. Für viele Winzer und Weingärtner bedeutet der Betrieb einer Pension ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein.

Ich habe in Beckstein im Weinhotel Benz gewohnt. Hier übernachtet man in modernen Zimmern, deren Gestaltung durchaus Rückschlüsse auf ein Weinhotel zulässt. Zu sehr angenehmen Nächten und einem sehenswerten Ausblick auf das morgendliche Beckstein gesellt sich ein köstliches Frühstück. Hier wird alles angeboten, was das Herz des Urlaubers begehrt.

Beckstein, Weinhotel Benz, Zimmer. Foto: Beate Ziehres

Mein Zimmer im Weinhotel Benz in Beckstein.

Edelbrände aus dem Taubertal

Zum Abschluss eines langen Tages im Taubertal kehren wir in die Edelobstbrennerei Dieter Braun ein. Dieter Braun hat uns abgeholt. Während des Spaziergangs kommen wir an Streuobstwiesen vorbei. Hier wachsen Äpfel, Birnen, Kirschen und anderes Obst, das später zu erlesenen Bränden, Likören und Angesetzten verarbeitet wird.

Streuobstwiesen in Beckstein. Foto: Beate Ziehres

Streuobstwiesen in Beckstein.

In der Obstbrennerei entstehen Edelbrände in teilweise sehr ausgefallenen Geschmacksrichtungen. Unter der Rubrik „Kostbares“ bietet Dieter Braun beispielsweise einen Walnussgeist an, aber auch sortenreine Apfelbrände wie Cox Orange und Gravensteiner. Ganz neu ist hier der Traubentresterbrand im Eichenfass gereift.

Weinstraße Taubertal: Dieter Braun von der Edelobstbrennerei in Beckstein in seinem Element. Foto: Beate Ziehres

Dieter Braun von der Edelobstbrennerei in Beckstein in seinem Element.

Weinstraße Taubertal: Dieter Braun von der Edelobstbrennerei in Beckstein: gewaltige Auswahl an guten Tropfen. Foto: Beate Ziehres

Gewaltige Auswahl an guten Tropfen in der Edelobstbrennerei Braun.

Johannisbeerspirituose, Reneklodenbrand und Schlehenspirituose deuten ebenso wie Blutwurzelspirituose und Akazienblütenlikör darauf hin, was hier im klimatisch begünstigten Taubertal wächst.

Webseite Brennerei Braun

Auch der Winzerhof Strebel bietet Destillate und Liköre aus heimischem Obst an. In der Tauberfränkischen Hausbrennerei Strebel entstehen beispielsweise Sauerkirsch- und Waldhimbeerlikör, im Eichenfass gereifter Traubenbrand und Mirabellenwasser.

Weitere Edelbrände und Liköre aus dem Taubertal gibt es bei

  • Weingut Oesterlein in Dertingen
  • Weingut Benz in Beckstein

Essen im Taubertal

Bei den Winzern und Weingärtnern des Taubertals kommt zum edlen Wein meist typische Hausmannskost auf den Tisch. So haben wir auf dem Weingut Oesterlein in Dertingen Schinken und Salami aus Wildfleisch gekostet – vom Hausherren selbst erlegt. Eine Köstlichkeit!

Dertingen, Weingut Oesterlein: Wildschinken und Wildsalami. Foto: Beate Ziehres

Auf dem Weingut Oesterlein in Dertingen wird Wildschinken und Wildsalami aus eigener Jagd angeboten.

Neben Hausmannskost wird hier jedoch auch feine Küche kultiviert. Dazu zählt die Bachforelle aus den Gewässern des Taubertals ebenso wie immer beliebter werdende Grünkerngerichte.

Weinstraße Taubertal: Gegrilltes Lachsfilet auf Grünkernrisotto im Becksteiner Rebenhof. Foto: Beate Ziehres

Gegrilltes Lachsfilet auf Grünkernrisotto im Becksteiner Rebenhof.

Grünkern wird aus milchreif geerntetem Dinkel gewonnen und gilt heute als anerkanntes und gesundheitsstärkendes Powerkorn – Superfood aus Deutschland gewissermaßen. Ich mag besonders den würzigen Geschmack der Grünkerngerichte. Grünkern kommt beispielsweise als Grünkernsuppe, Grünkernküchle, Grünkernrisotto oder Grünkernsalat auf den Tisch. Es soll sogar Grünkernkirschkuchen geben!

Da wir das Taubertal während der Spargelzeit bereist haben, ist das weiße Edelgemüse natürlich ebenfalls ein Thema – mal klassisch, aber auch außergewöhnlich. So ist mir der Spargel auf dem Weingut „Alte Grafschaft“ in Kreuzwertheim in besonderer Erinnerung geblieben: Die gekochten Stangen wurden über Nacht in weißem Balsamico eingelegt und anschließend mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt sowie mit Kräutern verfeinert. Ein Gedicht!

Marinierter Spargel auf dem Weingut "Alte Grafschaft" in Kreuzwertheim. Foto: Beate Ziehres

Marinierter Spargel auf dem Weingut „Alte Grafschaft“ in Kreuzwertheim.

Auf der Webseite des Tourismusverbandes Liebliches Taubertal gibt es weitere Informationen zum Thema Wein und Kulinarik im Taubertal.

Dieter Warnick hat auf Raus hier ebenfalls Wissenswertes über regionale Genüsse im Taubertal zusammengestellt.

Das Taubertal markiert den nördlichen Anfang der badischen Weinstraße. Im Beitrag Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland geht es um das südliche Ende der badischen Weinstraße.

Alle Fotos: Beate Ziehres

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Das Taubertal – mittelalterliche Städte in lieblicher Landschaft https://www.reiselust-mag.de/taubertal/ Thu, 04 Jul 2019 12:45:26 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=3422 Das Taubertal markiert den Anfang der badischen Weinstraße. Mit lieblichen Landschaften, mittelalterlichen Städten und Burgen sowie kirchlichen und weltlichen Kunstschätzen verzaubert das Taubertal die Gäste.

Der Beitrag Das Taubertal – mittelalterliche Städte in lieblicher Landschaft erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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Entspannen, erleben und genießen bei netten Menschen – so könnte ich nach meiner Reise ins Taubertal in einem unvollständigen Satz resümieren. Es war nicht mein erster Besuch im Taubertal. Mit dem Motorrad bin ich bereits die Straße von Wertheim nach Rothenburg ob der Tauber entlang geschwungen – anders kann man es nicht ausdrücken. Diesmal habe ich die liebliche Landschaft vom Sattel des Fahrrads und durchs Fenster eines Oldtimer-Busses aufgesaugt. Von den kulinarischen Genüssen will ich jetzt noch gar nicht sprechen. Hier kommt mein erster Überblick über das Taubertal.

Taubertal: Mit dem Oldtimer-Bus in den Weinbergen – Beate Ziehres

Taubertal: Mit dem Oldtimer-Bus in den Weinbergen.

Bad Mergentheim

In der Kurstadt Bad Mergentheim verbinden sich Traditionen mit Technologie und Gesundheitskompetenz. Als Residenz des Deutschen Ordens erlebte Mergentheim zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert eine erste Blütezeit. Das Residenzschloss der Hoch- und Deutschmeister, die dazugehörige barocke Schlosskirche und prunkvolle Bürgerhäuser prägen die Stadt noch heute.

Taubertal: Marktplatz Bad Mergentheim mit altem Rathaus – Foto: Bad Mergentheim

Marktplatz Bad Mergentheim mit altem Rathaus – Foto: Bad Mergentheim

Seit der Entdeckung von Sole-Quellen im Jahr 1826 hat sich Bad Mergentheim zu einem der größten Kur- und Heilbäder des Landes Baden-Württemberg entwickelt. Drei Trinkquellen und eine Badequelle liefern gesundheitsförderndes Wasser. Seit 1926 darf Mergentheim den Titel „Bad“ tragen. Der Kurpark soll zu den zehn schönsten Parkanlagen Deutschlands zählen.

Taubertal, Bad Mergentheim: Fontäne im Kurpark – Foto: Stadt Bad Mergentheim

Taubertal: Fontäne im Kurpark von Bad Mergentheim – Foto: Bad Mergentheim

Gebadet wird heute in der Solymar Therme. Zu den Sehenswürdigkeiten Bad Mergentheims zählen das Deutschordensmuseum im Schloss, der Schlosspark im Stil eines englischen Gartens, ein weitläufiger Wildpark und die historische Altstadt.

Taubertal: Ruhebereich der Sauna in der Solymar-Therme in Bad Mergentheim – Foto: Solymar-Therme, Bad Mergentheim

Ruhebereich der Sauna in der Solymar-Therme in Bad Mergentheim – Foto: Solymar-Therme, Bad Mergentheim

Markelsheim

Markelsheim ist der größte Stadtteil von Bad Mergentheim und ein Weinort. Schon seit beinahe 1000 Jahren wird hier nachweislich Wein angebaut. Ich bin auf dem Fahrrad nach Markelsheim gekommen – kein Kunststück! Denn der Ferienort liegt am Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“. Auch der Jakobsweg Main-Taubertal führt durch Markelsheim.

Taubertal: Ankunft mit dem Fahrrad in Markelsheim – Beate Ziehres

Ankunft mit dem Fahrrad in Markelsheim, Taubertal.

Radfahren macht bekanntlich hungrig um die Mittagszeit. Deshalb sind wir in der Weinstube Lochner eingekehrt und haben ein interessantes Menü genossen. Unter anderem gab es hausgemachte Rindertafelspitzsülze mit einer Kugel Apfel-Meerettich-Eis.

Taubertal, Markelsheim, Weinstube Lochner, Vorspeise – Beate Ziehres

Rindertafelspitzsülze mit Apfel-Meerettich-Eis in der Weinstube Lochner.

In der Weinstube Lochner treffe ich auch Conny Lehr vom Jakobshof in Markelsheim. Die Familie Lehr hat ein eigenes touristisches Angebot entwickelt, das unter anderem Weinberg-Rundfahrten auf einem gelben Wagen, Weinfässer zum Übernachten und Ferienwohnungen umfasst.

Stuppach

In Stuppach, einem weiteren von 13 Ortsteilen Bad Mergentheims, ist die weltberühmte Stuppacher Madonna von Matthias Grünwald zuhause. Der bedeutende Maler und Grafiker schuf das Marienbild, das auf Nadelholz gemalt ist, um das Jahr 1516 herum. Es gilt als eines seiner Hauptwerke. Die Kapelle an der Pfarrkirche Mariä Krönung, in der das Bild zu sehen ist, wurde eigens für das Kunstwerk erbaut.

Creglingen

Creglingen durfte einst eine Befestigungsanlage nach dem Vorbild der heute weltbekannten Nachbargemeinde Rothenburg ob der Tauber errichten. Heute sind noch drei Wehrtürme und ein Stück Stadtmauer erhalten. Zwei der Wehrtürme – der Schlosserturm und der Faulturm – können als Ferienwohnungen gebucht werden.

Der Grund schlechthin für einen Besuch in Creglingen ist jedoch der Marienaltar von Tilman Riemenschneider in der Herrgottskirche. Riemenschneider-Altäre zeichnen sich durch besonders filigrane Schnitzereien aus. Mitte August kann an diesem Altar das Lichtwunder „Maria Himmelfahrt“ erlebt werden.

In Creglingen gibt es außerdem ein Fingerhutmuseum und viele weitere Museen sowie die Keltenanlage in Finsterlohr-Burgstall.

Freudenberg

Freudenberg liegt am Main zwischen Spessart und Odenwald. Die Kleinstadt gilt als Tor zum Badener Land und dürfte wohl den nördlichsten Zipfel des Landes Baden-Württemberg markieren. In Freudenberg nehmen zertifizierte Fernwanderwege wie der „Panoramaweg Taubertal“ oder der „Nibelungensteig“ ihren Anfang.

Über der Stadt thront weithin sichtbar die Freudenburg mit dem markanten Bergfried. In jedem ungeraden Jahr spielt der Burgschauspielverein vor dieser Kulisse Freilichttheater. Der historische Stadtkern Freudenbergs steht komplett unter Denkmalschutz – und bei Mainhochwasser auch mal unter Wasser.

Igersheim

Sehenswert in Igersheim, mitten im Taubertal an der Romantischen Straße gelegen, ist die Burgruine Neuhaus. Hier wird heute unter anderem Pferdezucht betrieben. Die Burg ist Treffpunkt einer Mittelaltergruppe für Schau- und Freikampf. Hier findet auch alljährlich der Mittelaltermarkt „Spectaculum et Gaudium“ statt.

Kreuzwertheim

Der Weinort Kreuzwertheim liegt auf der rechten Mainseite gegenüber von Wertheim und damit in Bayern. Kreuzwertheim zählt zum fränkischen Taubertal und liegt an der Weinstraße Taubertal.

Taubertal: Blick von der Burg Wertheim über den Main nach Kreuzwertheim – Beate Ziehres

Blick von der Burg Wertheim über den Main nach Kreuzwertheim.

Hier besuche ich das Weingut Alte Grafschaft, Norbert Spielmann. Das Weingut bewirtschaftet einen einzigen Weinberg in Bayern, den Kaffelstein mit der außergewöhnlichen Steigung von 60 Prozent. Die übrigen Flächen, darunter die letzte noch bewirtschaftete Terrassensteillage des Taubertals, der Satzenberg, liegen im Badischen.

Taubertal, Kreuzwertheim: Weingut Alte Grafschaft Norbert Spielmann – Beate Ziehres

Taubertal, Kreuzwertheim: Weingut Alte Grafschaft Norbert Spielmann

Das historische Gebäude der Weinkellerei, in der seit mehr als 400 Jahren Weine ausgebaut werden, liegt genau gegenüber der Mündung der Tauber in den Main. Vom Fenster der wunderschönen Räume, die gräflichen Glanz von einst widerspiegeln, blicke ich direkt zur Burg Wertheim.

Taubertal, Kreuzwertheim: Blick vom Weingut Alte Grafschaft zur Burg Wertheim – Beate Ziehres

Taubertal, Kreuzwertheim: Blick vom Weingut Alte Grafschaft zur Burg Wertheim

Külsheim

Der Weinort Külsheim nennt sich auch Brunnenstadt. Denn die Stadt liegt in einem Talkessel, der mit wasserreichen Quellen ausgestattet ist. Dass die Gegend schon vor rund 4000 Jahren besiedelt war, beweisen Grabhügel und vorgeschichtliche Funde. In einer Broschüre der Stadt sind 18 Brunnen aufgelistet.

Die Geschichte von Külsheim ist eng verbunden mit dem Bau der Burg, die im Volksmund Schloss genannt wird. Heute residiert die Stadtverwaltung im weithin sichtbaren Schloss. Wir haben die Aussicht auf das Tal von der Külsheimer Weinberglage „Hoher Herrgott“ aus genossen und bei dieser Gelegenheit ein paar Weine probiert.

Taubertal: Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim – Beate Ziehres

Weinberg Hoher Herrgott in Külsheim.

Lauda-Königshofen

Die Weinstadt Lauda-Königshofen gehört zum badischen Weinbaugebiet Tauberfranken. Die Weinberge, naturbelassene Wälder und mächtige Steinriegel prägen die Gegend um Lauda-Könisghofen. Die Jakobus-Kirche in der Altstadt von Lauda liegt direkt am Jakobswanderweg. Auch der Taubertal-Radweg führt hier vorbei.

Taubertal: Lauda Altstadt – Beate Ziehres

Altstadt von Lauda im Taubertal.

Im Altdeutschen Gasthof „Goldener Stern“ habe ich ein vorzügliches Abendessen genossen. Hinter der Bezeichnung „Bürgerliche Speisen“ versteckt sich hier traditionelle tauberfränkische Küche vom Feinsten.

Taubertal: Gasthof goldner Stern in Lauda – Beate Ziehres

Gasthof goldner Stern in Lauda.

Beckstein

Während meiner Reise durch das Taubertal habe ich im beschaulichen Beckstein, einem von zwölf Stadtteilen von Lauda-Königshofen, gewohnt. Genauer gesagt im Weinhotel Benz. Beckstein bietet feinen Wein, gute Restaurants, einige Brennereien und ist so der richtige Urlaubsort für Genießer.

Taubertal: Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal. Foto: Beate Ziehres

Blick vom Weinberg auf Beckstein im Taubertal.

Röttingen

Röttingen liegt an der Tauber, gehört zum unterfränkischen Landkreis Würzburg und damit zu Bayern. Bekannt ist die Landstadt durch die Frankenfestspiele, die jedes Jahr im Hof der Burg Brattenstein stattfinden. Außerdem gibt es in Röttingen einen Museumsweinberg, der die Entwicklung des Weinbaus bis in die 1950er-Jahre dokumentiert. Die Stadt der Sonnenuhren wird von einer historischen Stadtbefestigung umgeben. Im mittelalterlichen Stadtkern sind schöne Fachwerkhäuser und das barocke Rathaus erhalten.

Tauberrettersheim

Tauberrettersheim ist ein Stadtteil von Röttingen. Hier ist insbesondere die Tauberbrücke sehenswert, die nach einem Entwurf von Balthasar Neumann gebaut wurde. Balthasar Neumann war ein bedeutender Baumeister des Barock und des Rokoko, der hauptsächlich in Süddeutschland wirkte. Die massive Natursteinbrücke mit sechs Bögen wurde im Jahr 1733 gebaut und besteht bis heute.

Rothenburg ob der Tauber

Bilder aus Rothenburg ob der Tauber verschönern in den sozialen Netzwerken Pin-Wände und Profile, das Städtchen ist inzwischen weltberühmt. Verantwortlich dafür sind das geschlossene mittelalterliche Stadtbild und die erhaltenen Befestigungsanlagen mit Wehrgang und sage und schreibe 42 Türmen und Stadttoren. Wer die engen Gässchen durch eines dieser Tore betritt, fühlt sich unweigerlich in die Vergangenheit versetzt.

Taubertal: Plönlein, Rothenburg ob der Tauber – Foto: Rothenburg Tourismus Service, Pfitzinger

Plönlein, Rothenburg ob der Tauber – Foto: Rothenburg Tourismus Service, Pfitzinger

Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten zählen neben der Stadtfestigung und dem Stadtbild ein bedeutender Tilman-Riemenschneider-Altar in der Jakobskirche und das Rathaus. Außerdem gibt es in der Stadt viele Museen, wie beispielsweise das mittelalterliche Kriminalmuseum und das Deutsche Weihnachtsmuseum.

Das Taubertal-Festival lockt jedes Jahr im August Rock- und Pop-Fans nach Rothenburg ob der Tauber. Unter freiem Himmel sind in diesem Jahr unter anderem „Die toten Hosen“, „Die fantastischen Vier“, Bosse und MC Fitti dabei.

Tauberbischofsheim

Tauberbischofsheim liegt am Beginn der Touristikroute „Romantische Straße“. Die historische Altstadt mit zahlreichen typisch fränkischen Fachwerkgebäuden in engen Gässchen, das Kurmainzische Schloss  und der Schlossplatzbrunnen mit Riemenschneider-Figur sind das Pfund, mit dem Tauberbischofsheim wuchern kann. Der 5-Sterne-Radweg „Klassiker“ führt natürlich durch die Kreisstadt Tauberbischofsheim. Von hier aus können auch die Seitentäler mit dem Fahrrad erkundet werden.

Weikersheim

In Weikersheim bin ich auf den Spuren der Grafen von Hohenlohe gewandelt. Graf Wolfgang II von Hohenlohe hat hier im Taubertal ein Renaissanceschloss bauen lassen, das seinesgleichen sucht. Der beeindruckende Rittersaal ist einer der am besten erhaltenen Festsäle der Zeit.

Taubertal, Weikersheim: Schloss – Beate Ziehres

Die Stadtseite von Schloss Weikersheim im Taubertal.

Taubertal, Schloss Weikersheim, Rittersaal – Beate Ziehres

Rittersaal im Schloss Weikersheim.

Anfang des 18. Jahrhunderts entstand der Schlossgarten Weikersheim. Das Zentrum der barocken Anlage ist der Herkulesbrunnen mit einem wasserspeienden Drachen. 100 Figuren bevölkern den riesigen Garten, darunter die berühmten „Weikersheimer Zwerge“. Hier ließ Gartenbauherr Graf Carl Ludwig von Hohenlohe Teile seines Hofstaats als groteske Zwergen-Galerie verewigen.

Taubertal: Blick aus einem Fenster des Schlosses Weikersheim in den Schlossgarten – Beate Ziehres

Blick aus einem Fenster des Schlosses Weikersheim in den Schlossgarten.

Werbach

Werbach liegt in einem der landschaftlich reizvollsten Teile des Taubertals zwischen Wertheim und Tauberbischofsheim. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Weinorts dürfte die Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn zwischen Werbach und Werbachshausen sein.

Gamburg

Gamburg ist ein Ortsteil von Werbach und Standort der Burg Gamburg, die auch Oberes Schloss Gamburg genannt wird. Die im 12. Jahrhundert errichtete Burg ist ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Hier finden sich die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen.

In Gamburg war die Bildhauer- und Holzschnitzer-Familie Buscher zuhause. Franz Anton Buscher schuf im zarten Alter von 13 Jahren einen Bildstock, der noch heute in Gamburg erhalten ist. Im Ortskern selbst und in der Kirche sind Kunstwerke der Gebrüder Thomas und Clemens Buscher zu sehen. Ihnen ist das Gamburger Buscher-Museum gewidmet.

Wertheim

Wertheim liegt an der Mündung der Tauber in den Main und ist unbedingt einen Besuch wert. Die Burg Wertheim, die verwinkelten Gässchen mit den bunt verzierten Fachwerkhäusern und die schmucken Plätze haben es mir angetan. Der Stadtführer hat dazu jede Menge interessante Geschichten parat.

Taubertal: Innenstadt von Wertheim – Beate Ziehres

Die Innenstadt von Wertheim.

Taubertal: Burg Wertheim – Beate Ziehres

Burg Wertheim über Main und Tauber.

Er berichtet davon, dass Wertheim zunehmend von Flusskreuzfahrtschiffen angefahren wird. Die Passagiere müssen vom Anleger nur wenige Schritten gehen, um mitten in der Altstadt zu stehen. Auf den Burgberg fährt ein Bähnchen, das wir auch nutzen. Die Aussicht von oben auf Wertheim, Kreuzwertheim und den Eingang zum Taubertal ist entzückend.

Taubertal: Wertheim von der Burg aus betrachtet – Beate Ziehres

Wertheim von der Burg aus betrachtet.

Sämtliche Museen und das Outlet Shopping Center Wertheim Village mussten wir aus Zeitgründen diesmal links liegen gelassen. Aber ich bin mir sicher, dass ich bald wiederkomme, um alles nachzuholen.

Dertingen

In Dertingen, einem Stadtteil von Wertheim, dreht sich alles um den Wein. Hier treffe ich die Weingästeführerin Silvia Friedrich. Zusammen mit ihrem Bruder, dem Winzermeister Martin Friedrich, betreibt sie die Rebschule und den Winzerkeller Friedrich. Direkt nach dem Frühstück reicht sie einen köstlichen Winzersekt zum Probieren.

Taubertal, Dertingen: Silvia Friedrich lädt zu einem Gläschen Winzersekt aus dem eigenen Weinkeller ein. Foto: Beate Ziehres

In Dertingen (Taubertal) lädt Silvia Friedrich zu einem Gläschen Winzersekt aus dem eigenen Weinkeller ein.

Dem Winzerhof der Familie Baumann gilt mein nächster Halt in Dertingen. Martin Baumann ist gerade Vollerwerbswinzer geworden. Das zweite Standbein der Familie sind 10 Gästebetten und Stellplätze für Wohnmobile auf dem Hof.

Auch auf dem Weingut Oesterlein in Dertingen können Urlaubsgäste in Zimmern oder im mitgebrachten Wohnmobil übernachten. Hier probieren wir neben Merlot und Sauvignon Blanc Rehschinken und Rehsalami aus der eigenen Jagd. Empfehlenswert!

Taubertal: Hof in Dertingen – Foto: Beate Ziehres

Blick über das Tor in einen Hof in Dertingen.

Taubertal, Dertingen: Fachwerkhaus – Foto: Beate Ziehres

Fachwerkhaus im Ortskern von Dertingen.

Dertingen war schon früh durch seinen Weinbau bekannt und wurde deshalb auch um seinen Reichtum beneidet. Um sich gegen die Begehrlichkeiten der benachbarten Fürsten und Grafen zu wehren, begann man im Jahr 1568 mit dem Bau einer Wehranlage. Sie umschloss das ganze Dorf. Mit zwei großen Turmtoren, zwei kleineren Seitentoren, eingelassenen Bastionen und Ecktürmen schützte sie die Einwohner.

Kloster Bronnbach

Das ehemalige Zisterzienserkloster in Bronnbach ist ein Magnet für Kultur- und Weinfreunde im unteren Taubertal. Die Abtei wurde 1151 gegründet. Die Abteikirche wurde aus dem in Franken üblichen roten Sandstein gebaut und verfügt über eine barocke Innenausstattung. Die Ausstattung steht im Kontrast zur einfachen Zisterzienserarchitektur. Die 13 barocken Altäre, die noch heute zu sehen sind, ersetzten nach dem 30-jährigen Krieg die 16 mittelalterlichen Altäre.

Beachtenswert sind auch die Orangerie mit dem riesigen Freilichtfresko auf der Sonnenseite und der neu sanierte Abteigarten. Im Prälatenkeller lädt die Vinothek Taubertal zum Weinspaziergang ein. Ganzjährig finden im Kloster Veranstaltungen  der „Bronnbacher Kultouren“ mit Konzerten, Gesprächen und Führungen statt. Übrigens diente das Kloster als Kulisse für den Film „Die Nonne“ mit Martina Gedeck und Isabelle Huppert.

Taubertal, Kloster Bronnbach – Beate Ziehres

Taubertal, Kloster Bronnbach

Weitere Orte im Taubertal

  • Adelshofen
  • Assamstadt
  • Boxberg
  • Großrinderfeld
  • Niederstetten

Das Taubertal markiert den nördlichen Anfang der badischen Weinstraße. Im Beitrag Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland geht es um das südliche Ende der badischen Weinstraße.

Mehr über das Taubertal erfahren Sie auf der Webseite des Tourismusverbands Liebliches Taubertal.

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Bad Bellingen: die Balinea Thermen im Test https://www.reiselust-mag.de/bad-bellingen-therme/ Fri, 29 Mar 2019 15:00:16 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=3119 Bad Bellingen – die Balinea Thermen im Test: alles Wissenswerte über die Sauna, das Thermalwasser, das Essen, Eintrittspreise und Öffnungszeiten.

Der Beitrag Bad Bellingen: die Balinea Thermen im Test erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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Während unserer Wohnmobiltour durchs Markgräflerland hatten wir Gelegenheit, die Balinea Thermen in Bad Bellingen zu testen. So etwas lassen wir uns nicht zweimal sagen. Zumal das Wetter bei unserer Ankunft in Bad Bellingen – dem angeblich sonnenreichsten Heilbad Deutschlands – etwas garstig war: nass und regnerisch. Da drängt sich ein Thermen-Besuch wie damals in der Bad Saarow Therme förmlich auf.

Wo liegt Bad Bellingen?

Bad Bellingen liegt in Baden-Württemberg, und zwar im äußersten Südwesten des Bundeslandes und Deutschlands. So ist es von Bad Bellingen aus nicht weit ans Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland und noch näher zur deutsch-französischen Grenze. Die Gemeinde wird im Westen außerdem begrenzt durch die A5 und den Rhein.

In der vulkanisch aktiven oberrheinischen Tiefebene haben Thermalbäder eine lange Tradition. Die Thermalquellen in Bad Bellingen wurden allerdings eher zufällig entdeckt, als man nach dem zweiten Weltkrieg Probebohrungen veranlasste – auf der Suche nach Öl. Das war 1956.

Ein einzigartiges Wasser: das Thermalwasser in Bad Bellingen, hier eines der großzügigen Außenbecken.

Ein einzigartiges Wasser: das Thermalwasser in Bad Bellingen, hier eines der großzügigen Außenbecken.

Das mineralstoffreiche Thermalwasser tritt in Bad Bellingen mit Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius an die Erdoberfläche. Seit seiner Entdeckung bestimmt das Heilwasser das Leben in Bellingen mit. Seit 1969 darf der Ort den  Zusatz „Bad“ tragen.

Die Balinea Thermen in Bad Bellingen

Ein Thermenbesuch startet bekanntlich an der Kasse: In Bad Bellingen sind die Mitarbeiterinnen sehr nett, umgänglich und unkompliziert. Der erste Pluspunkt auf unserer imaginären Checkliste.

Das zentrale Innenbecken ist unspektakulär. Umso verlockender dampfen die beiden großen Außenbecken. Deshalb sind wir gleich draußen zu finden. Hui! Das ist wirklich ein außergewöhnliches Wasser! Es prickelt ein bisschen auf der Haut, trägt hervorragend und umhüllt den Körper auf eine ganz eigentümliche, aber angenehme Weise. Ich bin entzückt! Noch dazu ist das Wasser wirklich sehr angenehm warm. Sich in den großen Becken unter freiem Himmel treiben zu lassen – das ist Entspannung pur! Für dieses Wasser gibt es gleich mehrere Pluspunkte.

Wie hilft das Thermalwasser von Bad Bellingen?

Das Wasser aus den heißen Quellen von Bad Bellingen hat einen hohen Gehalt an Magnesium, Hydrogencarbonat, Sulfat und vor allem Kohlensäure. Es wurde nachgewiesen, dass die Quellen zu den wirksamsten Heilquellen Europas zählen.

Das Wasser hilft bei

  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • rheumatischen Erkrankungen
  • degenerativen Muskel- und Gelenkerkrankungen

Weitere Wirkungen des Thermalwassers:

  • steigert die Durchblutung
  • wirkt lokal entzündungshemmend
  • positive Wirkung auf das Herz
  • empfehlenswert bei Herz-Kreislauf-Problemen
  • senkt den Blutdruck 
Bad Bellingen, Saunapark der Balinea-Thermen: die Außensaunen.

Bad Bellingen, Saunapark der Balinea-Thermen: die Außensaunen.

Sauna in den Balinea Thermen Bad Bellingen

Nachdem wir eine Weile das Wasser genossen haben, wenden wir uns der Sauna zu, besser gesagt dem Sauna-Park. Tatsächlich geht es vom Innenbereich mit großen Fenstern und Aussicht in den Auenwald direkt hinaus in den Kurpark von Bad Bellingen. Doch wir probieren erst einmal die 60-Grad-Sauna aus, um uns sanft aufzuwärmen.

Nach dem Abkühlen in der Dusche – hier hat man wirklich die Qual der Wahl – und einer kurzen Pause zieht es uns hinaus ins Grüne. Da es immer noch nieselt, haben wir den Park und den Gesang der Vögel für uns allein. Der großzügige Teil des Parks, der den Saunagästen vorbehalten ist, kann nicht von außen eingesehen werden. So können hier ungestört nackt Runden im Becken gezogen und in der Sonne gebadet werden.

Bad Bellingen, Sauna der Balinea-Thermen: Entspannen in einem abgeschlossenen und nicht einzusehenden Bereich des Kurparks.

Bad Bellingen, Sauna der Balinea-Thermen: Entspannen in einem abgeschlossenen und nicht einzusehenden Bereich des Kurparks.

In der Außensauna selbst ist gleich Aufgusszeit. Uns gelüstet nach Schwarzwaldtraum-Waldspaziergang – und tatsächlich: Der Saunameister hüllt den kleinen Raum in eine Dampfwolke aus wohlriechenden Waldaromen. Gefühlt bis ins Hirn ziehen die befreienden Dampfschwaden.

So erhitzt geht es raus in den Park an die frische Luft, hinein ins kühle Becken und eine Runde barfuß durchs feuchte Gras.

Großes Becken zum Abkühlen nach dem Saunagang im Park Bad Bellingen.

Großes Becken zum Abkühlen nach dem Saunagang im Park Bad Bellingen.

Essen in der Fitbar der Therme Bad Bellingen

Den Hunger, der sich gegen Nachmittag einstellt, stillen wir in der Fitbar direkt am Saunaeingang. Wir probieren einen Salatteller mit Thunfisch und Spätzle mit Geschnetzeltem. Durchaus empfehlenswert!

Bad Bellingen Therme: Das schmeckt: knackig-frischer Salat mit Thunfisch in der Fitbar der Balinea-Thermen

Das schmeckt: knackig-frischer Salat mit Thunfisch in der Fitbar der Balinea-Thermen

Eintrittspreise und Öffnungszeiten Balinea Thermen Bad Bellingen

  • Tageskarte Thermalbad, Montag bis Freitag: 16,50 € ohne Gästekarte, 14,50 € mit Gästekarte
  • Tageskarte Thermalbad und Sauna-Park: 25,00 € ohne Gästekarte, 23,00 € mit Gästekarte
  • Wochenend- und Feiertagszuschlag: 1,50 €
  • Abendtarif ab 18 Uhr: 14,50 € für das Thermalbad, 23,00 € für Thermalbad und Saunapark
  • Geöffnet täglich 10 bis 22 Uhr
  • Letzter Einlass 21 Uhr

Weitere Informationen auf der Webseite der Balinea-Thermen. Mehr Wissenswertes über die Thermalquellen und den Ort Bad Bellingen finden Sie hier.

Weitere Beiträge über Thermalbäder auf Reiselust-Mag:

10 Tipps für einen Gesundheitsurlaub von Ayurveda bis Yoga hat Marina Schütt auf ihrem Blog MS WellTravel zusammengestellt. Darunter sind auch Tipps von Bloggerkollegen. Ich bin ebenfalls dabei: mit unserem unvergesslichen Yoga-Törn in Kroatien.

Alle Fotos auf dieser Seite, falls nicht anders vermerkt: Beate Ziehres

Bad Bellingen: Hui, das ist frisch! Kneipp-Becken der Balinea-Thermen.

Hui, das ist frisch! Kneipp-Becken der Balinea-Thermen.

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Überraschende Bilder aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt https://www.reiselust-mag.de/bilder-niedersachsen-und-sachsen-anhalt/ https://www.reiselust-mag.de/bilder-niedersachsen-und-sachsen-anhalt/#comments Tue, 17 Jul 2018 13:15:58 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=2296 Fotografischer Rückblick auf das 1. Halbjahr 2018 – mit Bildern aus Baden-Württemberg, Helmstedt, Wolfsburg und dem Harz.

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Es ist schon wieder Zeit für einen Rückblick auf die erste Hälfte des Reise- und Fotojahres 2018. Angeregt von Michael von Erkunde die Welt habe ich meinen Bildbestand durchforstet, in Erinnerungen geschwelgt, ausgesucht – und am Ende wieder von vorne angefangen. Letztendlich habe ich mich für viele Bilder entschieden, die während Tagesausflügen in die Umgebung oder Spaziergängen an meinem Wohnort entstanden sind – also in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Aber eine Kurzreise ins Markgräflerland ist auch dabei.

Was man im Winter in Thale machen kann

Fangen wir im Harz an. Nach wochenlanger, klirrender Kälte sind wir eines schönen Samstags nach Thale gefahren. Unser Plan: Wir wollten einen Spaziergang ins tiefgekühlte Bodetal machen und uns anschließend in der Bodetal-Therme wieder aufwärmen.

Insgeheim habe ich auf ein paar schöne Fotomotive gehofft – und tatsächlich! Die Bode war teilweise zugefroren und der Spaziergang vom Kletterwald Thale bis zur Gaststätte Königsruhe war wunderschön. Hier ist mein Beitrag zur Kategorie „nass“:

Nass: die teilweise gefrorene Bode bei Thale im Harz – Foto: Beate Ziehres

Nass: die teilweise gefrorene Bode bei Thale im Harz – Foto: Beate Ziehres

Als die „Königsruhe“ in Sicht kam, waren wir schon reichlich durchgefroren. Deshalb haben wir es uns am warmen Kachelofen gemütlich gemacht. Den warmen Pflaumenkuchen, den ich mir bestellt habe, kann ich nur als göttlich bezeichnen.

So haben wir gestärkt den Rückweg angetreten, um Teil 2 unseres Planes umzusetzen: schwitzen in der Bodetal-Therme. Warm ist uns geworden, sogar schon an der Kasse. Der Wochenendpreis für zwei Stunden mit Sauna war richtig happig: 22 Euro kostete uns das kurze Vergnügen pro Person.

Weitere Sehenswürdigkeiten im winterlichen Thale:

  • DDR-Museum Thale
  • Hüttenmuseum Thale
  • Kloster Wendhusen
  • Fahrt mit der Kabinenbahn zum Hexentanzplatz
  • Harzeum am Hexentanzplatz

Ausflug zum wohl schönsten See im Harz

Wo wir gerade im Harz sind: Eine Woche nach Ostern, als der letzte Schnee schlagartig geschmolzen war, haben wir unsere erste Ausfahrt mit dem Motorrad unternommen. Natürlich in den Harz, das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands. Mein Schatz wollte zur Rappbode-Talsperre, wo das Unternehmen Harzdrenalin im vergangenen Sommer die längste Seilhängebrücke der Welt installiert hat und eine Megazipline betreibt. Obwohl der Rekord schon kurze Zeit nach der Eröffnung von den Schweizern gebrochen wurde, treibt die Brücke das Publikumsaufkommen an der Rappbode-Talsperre weiter in die Höhe. Unser Fazit: nicht mehr schön!

Stattdessen sind wir ein paar Kilometer weiter gefahren: zum Blauen See bei Rübeland. Schon auf dem Parkplatz stellen wir fest: Auch der Blaue See ist kein Geheimtipp mehr, aber ungebrochen schön blau. Hier ist mein Bild für die Kategorie Farbtupfer entstanden.

Farbtupfer in Pink am blauen See bei Rübeland im Harz, Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Farbtupfer in Pink am blauen See bei Rübeland im Harz, Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Geheimtipp in Sachsen-Anhalt: Schloss Seggerde

Das Motiv meines zweiten Beitrags zur Kategorie Farbtupfer ist ebenfalls in Sachsen-Anhalt – dem Land, in dem auch ein Teil des Harzes liegt – entstanden. Einen Katzensprung von meinem Wohnort entfernt liegt in Richtung Haldensleben das Wasserschloss Seggerde – im Dornröschenschlaf.

An einem der ersten schönen Tage dieses Jahres sind wir zufällig an Seggerde vorbeigekommen. Ich war ewig nicht am Schloss und habe deshalb spontan einen Abstecher vorgeschlagen. Es hat sich gelohnt! Schloss Seggerde ist ein echter Geheimtipp. Im parkähnlichen Garten des Schlosses ist man auch an einem zauberhaften Frühlingssonntag beinahe alleine.

Farbtupfer: Brücke im Park von Schloss Seggerde in Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Farbtupfer: Brücke im Park von Schloss Seggerde in Sachsen-Anhalt – Foto: Beate Ziehres

Verkannt am Rande Niedersachsens: Helmstedt

Helmstedt? Wo liegt das denn? Wenn immer ich auf die Frage, woher ich denn komme, wahrheitsgemäß mit „Helmstedt“ antworte, schließt sich unweigerlich diese zweite Frage an. Früher war das anders. Da wusste man allgemein, dass in Helmstedt einer der größten Grenzübergänge in die DDR lag. Doch heute scheint dieses Kapitel deutscher Geschichte vergessen zu sein. Den meisten Leuten sagt Helmstedt gar nichts mehr.

Schlimmer noch empfinde ich das ebenfalls verbreitete Halbwissen, welches die Frage hervorbringt, auf welcher Seite der Grenze Helmstedt lag! Also: Helmstedt liegt am östlichen Rand des Bundeslandes Niedersachsen an der A2, etwa auf halber Strecke zwischen Hannover und Berlin. Die nächsten größeren Städte sind Wolfsburg, Braunschweig und Magdeburg – allesamt Orte, die das Schicksal Helmstedts teilen. Man weiß sie nicht so richtig geografisch zu verorten.

In Helmstedt jedenfalls – genauer gesagt im Ortsteil Barmke – entstanden jedenfalls die beiden folgenden Bilder für die Kategorie Kontraste und Nahaufnahme. Während eines Spaziergangs am Ostersamstag zeigte sich nach völlig überraschendem, ergiebigen Schneefall gegen Abend doch noch die Sonne und animierte mich zu diesem Schuss:

Kontraste beim Spaziergang in Barmke, einem Ortsteil von Helmstedt, Niedersachsen – Beate Ziehres

Kontraste beim Spaziergang in Barmke, einem Ortsteil von Helmstedt, Niedersachsen – Beate Ziehres

Noch ein Bild aus Helmstedt: Zu meinem Geburtstag habe ich dieses Jahr eine Radtour mit der Familie initiiert. Dabei kamen wir an dieser Kamelherde vorbei, die ich sonst immer nur – wie auf einer Safari – durch Autoscheiben und aus sicherer Entfernung beobachtet hatte. Und siehe da: Die Tiere kamen neugierig heran und ließen sich sogar streicheln!

Nah dran an den Kamelen in Helmstedt, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Nah dran an den Kamelen in Helmstedt, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Lieblingsmotiv am Mittellandkanal: die Autostadt in Wolfsburg

Wo ich gerade von Wolfsburg sprach: In der Autostadt – wunderschön am Mittellandkanal und am VW-Hafen vor der Kulisse des Volkswagen-Kraftwerks gelegen – finde ich immer schöne Fotomotive. Ein Widerspruch in sich, meinen Sie? Mitnichten! Die Architekten der Autostadt haben ganze Arbeit geleistet. Die modernen Gebäude liegen in einer surrealistisch anmutenden künstlichen Parklandschaft.

Die Verantwortlichen der Autostadt beweisen immer wieder ein todsicheres Gespür für außergewöhnliche Veranstaltungen, schöne Stimmungen und tolle Beleuchtung. So findet beispielsweise das Kulturfestival „Movimentos“ seit vielen Jahren im alten Kraftwerk des Volkswagenwerks statt. Alleine der abendliche Weg über das Wasser zum Kraftwerk ist jedes Jahr wieder ein Erlebnis.

Nächtliche Impression aus der feierlich beleuchteten Autostadt in Wolfsburg, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

Nächtliche Impression aus der feierlich beleuchteten Autostadt in Wolfsburg, Niedersachsen – Foto: Beate Ziehres

 

Das VW-Kraftwerk in Wolfsburg in Movimentos-Laune – Foto: Beate Ziehres

Das VW-Kraftwerk in Wolfsburg in Movimentos-Laune – Foto: Beate Ziehres

Dieses Jahr hat mich glücklicherweise meine Freundin Karen mitgenommen zu „Movimentos“. Ich selbst versäume jedesmal das kurze Zeitfenster, in dem Karten für das Festival erhältlich sind. Als wir im Foyer ein Gläschen Champagner nahmen, erzählte mir Karen, dass „Movimentos“ dieses Jahr letztmalig im Kraftwerk stattfindet. Die momentan stillgelegte Anlage soll für den Umstieg Volkswagens von Kohle auf Gas modernisiert werden und steht nicht mehr als Veranstaltungsort zur Verfügung. Schade. Deshalb mein schönstes Bild: letzte Impression aus der Bar im Kraftwerk.

Mein Lieblingsbild: Die Bar im VW-Kraftwerk während des Movimentos-Festivals der Autostadt, Wolfsburg

Mein Lieblingsbild: Die Bar im VW-Kraftwerk während des Movimentos-Festivals der Autostadt in Wolfsburg

Im äußersten Südwesten der Republik: Bad Bellingen und Weil am Rhein

Hier nun noch zwei Bilder aus der Ferne: dem Markgräflerland. Genauer gesagt aus Bad Bellingen und aus Weil am Rhein. Auf Einladung von Schwarzwald-Tourismus haben wir diese Region – von der die meisten Menschen ebenfalls nicht wissen, wo sie liegt – entdeckt. Das Markgräflerland liegt im Dreiländereck Frankreich–Schweiz–Deutschland, also im südwestlichsten Zipfel Deutschlands. Südlich von Freiburg und zu Füßen des Schwarzwalds herrscht ein besonders mildes Klima. Deshalb produzieren die Winzer hier ausgezeichnete Weine. Rebarten wie der Gutedel, die in anderen deutschen Weinregionen nicht wachsen, gedeihen hier prächtig.

An der Route des Gutedelwandertages, die von Bad Bellingen aus durch die Weinberge führt, ist mir im Mai dieses Bild für die Kategorie „nah“ gelungen: eine blühende Weinrebe.

Weinrebe in Bad Bellingen in der Blüte – Beate Ziehres

Nahaufnahme: Weinrebe in Bad Bellingen in der Blüte – Beate Ziehres

Was es mit dem Vitra Campus auf sich hat

Auch nach Weil am Rhein führte uns die Reise durchs Markgräflerland: auf den Vitra Campus. Die Sammlung von Gebäuden zeitgenössischer Architekten auf dem Firmengelände des Möbelherstellers Vitra hat sich seit den 1990er-Jahren zu einem Besuchermagneten in der Region Basel entwickelt.

Der Vitra Campus umfasst Fabrikationshallen, aber auch architektonische Highlights wie das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid aus dem Jahr 1993 und das 1989 erbaute Vitra Design Museum von Architekt Frank Gehry. Die Idee zum Vitra Campus wurde geboren, nachdem im Jahr 1981 wichtige Teile der Produktion einem Großbrand zum Opfer gefallen waren.

Unser Bildbeitrag zum Thema Kontraste entstand im 2010 eröffneten Vitra-Haus. Das Gebäude, das wirkt wie ein Haufen planlos aufgestapelter Giebelhäuser, dient als Besucherzentrum und Flagship-Store. Hier haben wir mehr über die Entstehung der Vitra-Design-Klassiker wie beispielsweise den „Lounge Chair“ des amerikanischen Designerpaares Charles und Ray Eames gelernt. Und uns ganz nebenbei Inspiration für künftige Möbelanschaffungen geholt.

Kontraste im Vitra-Haus in Weil am Rhein – Foto: Bernd Ewert

Kontraste im Vitra-Haus in Weil am Rhein – Foto: Bernd Ewert

  • Mehr über das letzte Movimentos-Festival im VW-Kraftwerk lesen Sie  hier auf dem Blog von Leonie Lauren.
  • Rezeptideen aus dem Südwesten Deutschlands präsentiert die Markgräflerin Karin Schindler auf ihrem Blog.
  • Und hier ist mein Reiserückblick 2. Halbjahr 2017 mit Zielen in Deutschland, Italien und Kroatien.
  • Vielleicht interessiert Sie auch, was wir während unserer Reise durchs Markgräflerland außerdem gesehen und erlebt haben? Hier geht’s zu unserem Blogbeitrag.
  • Und wenn Sie wissen wollen, wie es in der Altmark in Sachsen-Anhalt schmeckt, kann ich diesen Beitrag empfehlen.

 

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Entdeckungstour durchs Markgräflerland #2: Schloss Bürgeln https://www.reiselust-mag.de/schloss-buergeln-markgraeflerland/ https://www.reiselust-mag.de/schloss-buergeln-markgraeflerland/#comments Mon, 04 Jun 2018 22:07:13 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=2120 Am zweiten Tag unserer Wohnmobiltour entlang der Badischen Weinstraße geht's auf den Berg Bürgeln.

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Tag 2 unserer Wohnmobiltour durchs Markgräflerland. Auf dem Programm steht Schloss Bürgeln. Hier sei man dem Himmel näher, heißt es. Und wirklich: Bei gutem Wetter ist vom Schloss aus die Alpenformation Eiger, Mönch und Jungfrau zu sehen. Und natürlich das Rheintal, die Vogesen und die Kraftwerke, die Frankreich mit Strom versorgen. Apropos Elektrizität: Auch dem Gewitter, das sich gerade vom Schwarzwald nähert, ist man hier näher.

Warum ich von Schloss Bürgeln ganz bezaubert bin

Schloss Bürgeln hat mich schon für sich gewonnen, bevor ich das Foyer betreten habe. Denn auf der Suche nach dem Ort, an dem die Schlosstour beginnt, habe ich die Gärtner kennengelernt: zwei Männer in Latzhosen und mit Kopfbedeckungen. Irgendwie erinnern mich die Beiden an die 7 Zwerge. In einem Gewächshaus neben dem Schloss bemühen sie sich mit Gießkannen um junge Pflänzchen. Nach einem kurzen Gespräch bin ich schon auf dem Weg zum Schlossportal, als einer der Gärtner mir nachruft: „Verstehen Sie mich nicht falsch, gnädige Frau: Aber Sie haben schöne Beine!“ Wenn das kein Einstieg ist!

Wirtschaftsgebäude und Toreinfahrt des Schlosses Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

Wirtschaftsgebäude und Toreinfahrt des Schlosses Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

Wie wir im Barockgarten von Bürgeln fast die Zeit vergessen haben

Schon vorher haben wir einige Zeit im Barockgarten auf der Südseite des Schlosses verbracht und gesehen, wofür die Pflänzchen im Gewächshaus gezogen werden. Und genau das getan, wofür ein Garten anlegt ist: uns auf überaus angenehme Art die Zeit vertrieben – bis zur nächsten Führung.

Der Barockgarten von Schloss Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

Der Barockgarten von Schloss Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

Wir haben die akkurat beschnittenen Pflanzen bestaunt, die Ordnung und die gepflegten Wege bewundert und die warme Sonne genossen. Außerdem haben wir entdeckt, dass die Mauern und Wege ein Eldorado für Eidechsen sind.

Über die Gartenmauer kann man die Aussicht genießen. Oder die Eidechsen beobachten – Foto: Beate Ziehres

Über die Gartenmauer kann man die Aussicht genießen. Oder die Eidechsen beobachten – Foto: Beate Ziehres

Die Eidechse fühlt sich wohl auf dem warmen Stein – Foto: Beate Ziehres

Die Eidechse fühlt sich wohl auf dem warmen Stein – Foto: Beate Ziehres

Was es im Schloss zu sehen gibt – ein Rundgang

Dem Rat der Gärtner folgend klingele ich nun beherzt an der respekteinflößenden Eingangstür. Und tatsächlich: Nach kurzem Warten nähert sich jemand durch die Eingangshalle und ein älterer Herr öffnet die Tür. Es ist Wolfram Hartig. Wie die beiden Gärtner, von denen einer der örtliche Arzt im Ruhestand ist, verbringt auch Wolfram Hartig viel Zeit auf dem Schloss. Die Herren sind Mitglieder des Bürgeln-Bundes e.V.. Der Bürgeln-Bund ist seit 1920 Besitzer des Schlosses und verantwortlich für die Geschicke des Kleinods im Markgräflerland.

Das Schlossportal – Foto: Beate Ziehres

Das Schlossportal – Foto: Beate Ziehres

Ein bisschen Geschichte …

Wolfram Hartig ist ein wandelndes Geschichts- und Geschichtenbuch. Er erzählt uns von den ersten Anfängen Bürgelns als Familiensitz des Rittergeschlechts derer von Kaltenbach. Im Jahr 1125 trat die Familie fast vollständig ins Benediktinerkloster St. Blasien ein und stiftete ihren Besitz dem Kloster.

Von diesem Moment an durchlebte der Berg Bürgeln wechselhafte Zeiten. 1762 beauftragte das Kloster St. Blasien den Baumeister Franz Anton Bagnato mit dem Neubau der Propstei Bürgeln. So entstand das Schloss in seiner heutigen Gestalt im frühklassizistischen Stil mit verspieltem Rokokodekor.

Frühklassizistisch mit Elementen aus dem Rokoko: Schloss Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

Frühklassizistisch mit Elementen aus dem Rokoko: Schloss Bürgeln – Foto: Beate Ziehres

1920 hatte sich der Zustand des Schlosses so verschlechtert, dass man dachte, es müsse abgerissen werden. Dagegen wehrten sich die Bürger – der Bürgeln-Bund entstand. Die rettenden Gelder für den Erhalt des Schlosses kamen von einem Braunschweiger Unternehmensberater. Richard Sichler pachtete das Schloss als Wohnsitz, ließ es behutsam und stilgerecht instand setzen und erweitern. Ein Teil seiner Sammlungen ist heute wieder auf Schloss Bürgeln zu sehen.

Ob das R im Pflaster für Richard steht? Wird wohl so sein ... – Foto: Beate Ziehres

Ob das R im Pflaster für Richard steht? Wird wohl so sein … – Foto: Beate Ziehres

Besonderheiten auf Schloss Bürgeln

Beachtenswert sind aus meiner Sicht die Kachelöfen, die in vielen Zimmern für wohlige Wärme sorgen können – sofern diesen Part nicht die Sonne übernimmt. Zu jedem einzelnen Exemplar kann uns Wolfram Hartig etwas erzählen. Witzig sind auch die Uhren, die in manchen Räumen an den Decken zu sehen sind. Nach dem Prinzip von Kirchturmuhren werden alle sieben Zifferblätter durch ein zentrales Uhrwerk gesteuert.

Begleiten Sie uns hier auf unserem Rundgang durch Schloss Bürgeln:

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Wissenswert für Wein- und Bierfreunde

Im Bildersaal machen wir die Bekanntschaft von Fürstabt Martin Gerbert II, dem direkten Nachfolger des Bauherren von Bürgel. Der Geistliche, der sich nebenbei auch wissenschaftlich, politisch und als Wirtschaftsförderer betätigte,  gründete 1791 in Rothaus die erste Brauerei im Schwarzwald. Die kleine Klosterbrauerei hat sich bis heute zur Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG entwickelt. Mein Lebens- und Reisegefährte ist begeistert und bunkert im Tal erst einmal einen kleinen Vorrat. Schließlich kommen wir nicht alle Tage am Ursprungsort des Rothaus „Tannenzäpfle“ vorbei.

Im Land des Gutedel-Weines wird im Bildersaal von Schloss Bürgeln jedoch auch Karl-Friedrich, Großherzog von Baden, gewürdigt.

„Karl-Friedrich brachte Baden-Württemberg großen Segen“

sagt Wolfram Hartig. Karl-Friedrich gilt als Begründer des „Musterländle“ und brachte im Jahr 1780 den Gutedel aus der Schweiz ins Markgräflerland. Hartig macht den Großherzog darüber hinaus für den Tabakanbau in der Region und für die Entwicklung des Blitzableiters verantwortlich.

Bürgeln – beliebter Ort für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen

Während es draußen rumort und ich mich frage, ob auf dem Schloss der hierzulande erfundene Blitzableiter installiert ist, erfahren wir, dass Schloss Bürgeln ein beliebter Veranstaltungsort ist. So gehört es im Markgräflerland zum guten Ton, auf Schloss Bürgeln zu heiraten. Kirchliche und standesamtliche Hochzeiten sind in der Schlosskapelle beziehungsweise im Bildersaal, im Rosengarten oder im Park des Schlosses möglich.

Das Grün vor dem Schloss ist eine beliebte Kulisse für Hochzeitsbilder – Foto: Beate Ziehres

Das Grün vor dem Schloss ist eine beliebte Kulisse für Hochzeitsbilder – Foto: Beate Ziehres

Daneben feiern die Menschen hier gerne Taufen und Geburtstage, man organisiert Tagungen, Klassentreffen oder Weinproben in den Schlossgemäuern. Sogar für den Antritt der letzten Reise ist das Schloss ein würdiger Veranstaltungsort. In direkter Nachbarschaft liegt ein Bestattungswald.

Als wir uns von Wolfram Hartig verabschieden, ist das Gewitter bedrohlich näher gerückt. Der Schlossführer hat die direkten Witterungseinflüsse als Grund dafür genannt, dass Schloss Bürgeln am Anfang des 20. Jahrhunderts praktisch abbruchreif war. Ich mag ihm das gerne glauben und beeile mich, zum Parkplatz zu kommen.

Bedrohlich nähert sich das Gewitter dem Berg – Foto: Beate Ziehres

Bedrohlich nähert sich das Gewitter dem Berg – Foto: Beate Ziehres

Dennoch: Bürgeln hat mich sehr beeindruckt. Gerne wäre ich noch an diesem außergewöhnlichen Ort so nahe beim Himmel geblieben, hätte auf der Terrasse des Restaurants vielleicht ein kleines Mittagessen zu mir genommen und die grandiose Aussicht genossen. Doch nicht nur das Gewitter, sondern auch der Zeitplan mahnen zum Aufbruch. Es geht weiter nach Weil am Rhein. Darüber berichte ich in einem extra Beitrag.

Lesen Sie im Beitrag Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland #1: Müllheim, was wir am ersten Tag an der Badischen Weinstraße erlebt haben.

Sie wollen weitere Schlösser, Gärten und Burgen kennenlernen? Dann schmökern Sie in der Blogparade zum Thema #SchlossGenuss auf der Seite von „Schlösser und Gärten in Deutschland e.V..

Auf der Terrasse des Schloss Restaurants gibt es garantiert Plätze mit Aussicht – Foto: Beate Ziehres

Auf der Terrasse des Schloss Restaurants gibt es garantiert Plätze mit Aussicht – Foto: Beate Ziehres

  • Adresse: Schloss Bürgeln, D-79418 Schliengen, Telefon 07626 237
  • Führungen: im Sommer (1. März bis 31. Oktober) täglich um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr angeboten und im Winter samstags und sonntags um 14, 15 und 16 Uhr; Der Eintritt kostet 6 Euro.
  • Im Juni fallen einige Führungen aus. Zur Sicherheit informieren Sie sich auf der Webseite von Schloss Bürgeln.
  • Das Schloss Restaurant mit der wunderschönen Aussichtsterrasse ist dienstags bis sonntags von 11.30 bis 19 Uhr geöffnet.

 

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Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland #1: Müllheim https://www.reiselust-mag.de/wohnmobil-wein-reise-markgraeflerland-muellheim/ https://www.reiselust-mag.de/wohnmobil-wein-reise-markgraeflerland-muellheim/#comments Mon, 28 May 2018 22:55:43 +0000 https://www.reiselust-mag.de/?p=2091 Wer auf dem Weingut übernachtet, kann entspannt genießen. Wir waren an der badischen Weinstraße und haben uns selbst davon überzeugt.

Der Beitrag Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland #1: Müllheim erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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Mit dem Wohnmobil das Markgräflerland erkunden und dabei die Weine der regionalen Winzer entdecken – das war unser Vorhaben im Mai. Verträgt sich das überhaupt? Bestens, haben wir festgestellt. Denn im Markgräflerland laden viele Winzer Wohnmobilisten ausdrücklich ein, auf ihren Höfen und Wiesen zu übernachten. Meist ist der Stellplatz sogar kostenfrei. Gerne dürfen die Besucher während ihres Aufenthalts die Weinkeller besichtigen und die edlen Tropfen verkosten.

 

In den Weinbergen des Markgräflerlands – Foto: Beate Ziehres

In den Weinbergen des Markgräflerlands – Foto: Beate Ziehres

Wissenswertes über das Markgräflerland

Wo liegt überhaupt das Markgräflerland, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Wir mussten auch erst auf die Landkarte schauen: Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Deutschlands an den Grenzen zu Frankreich und der Schweiz. Es ist die sanfte Hügellandschaft zwischen Schwarzwald, Rhein und Freiburg. Die Gegend markiert das südliche Ende der badischen Weinstraße, sie ist von 2.000 Sonnenstunden und einer warmen Brise verwöhnt.

Im Markgräflerland blühen die Pfingstrosen schon vor Pfingsten– Foto: Beate Ziehres

Im Markgräflerland blühen die Pfingstrosen schon vor Pfingsten – Foto: Beate Ziehres

Die vom Klima bevorzugte Weingegend liegt im Einflussbereich der sogenannten burgundischen Pforte. Dadurch kommt das Frühjahr hier früher als beispielsweise im Süden Bayerns und die Pfingstrosen blühen schon eine Weile vor Pfingsten. Sogar in diesem Jahr, wo Pfingsten doch relativ früh war.

Gleich neben dem Weingut Engler: die katholische Herz-Jesu-Kirche – Foto: Beate Ziehres

Gleich neben dem Weingut Engler: die katholische Herz-Jesu-Kirche – Foto: Beate Ziehres

Was es in Müllheim zu sehen gibt

Der erste Stopp unserer Tour gilt Müllheim in Baden, der Weinhauptstadt des Markgräflerlands. Der Name der Stadt leitet sich von den vielen Mühlen ab, die früher entlang des Klemmbachs ihre Arbeit verrichteten. Der Klemmbach ist auch heute noch im Ortskern präsent. Er beschert den Menschen schöne Sitzplätze und idyllische Schwarzwaldstimmung mitten in der Stadt.

Der Klemmbach fließt durch Müllheims Stadtmitte – Foto: Beate Ziehres

Der Klemmbach fließt durch Müllheims Stadtmitte – Foto: Beate Ziehres

Der bedeutendste Platz Müllheims ist der Markgräfler Platz, dessen Gebäude von markgräflicher, klassizistischer Architektur geprägt sind. Hier gruppieren sich das Alte Rathaus, das Historische Amtshaus, in dem heute die Tourist-Info untergebracht ist, und die Große Hofanlage um eine Skulptur von Bernd Völkle. Der Künstler, ein Sohn Müllheims, hat hier ein modernes „Stadttor“ geschaffen.

Die Skulptur "Stadttor" auf dem Markgräfler Platz – Foto: Beate Ziehres

Die Skulptur „Stadttor“ auf dem Markgräfler Platz – Foto: Beate Ziehres

Müllheim und die Blankenhorns

Die Große Hofanlage war vermutlich im 17. Jahrhundert der Stammsitz der Familie Blankenhorn, Der Name Blankenhorn wird uns in Müllheim noch öfter begegnen: in Form des Blankenhorn-Parks, der Blankenhorn-Villa und des Blankenhorn Palais. Die Schauseite am Markgräfler Platz zeigt nur einen kleinen Teil des ehemaligen Hermann-Blankenhornschen Hofes. Auf diesem Anwesen wurde ein bedeutender Sohn der Stadt, Professor Adolph Blankenhorn, geboren. Blankenhorn hat Pionierarbeit auf dem Gebiet des wisssenschftlichen Weinbaus geleistet.

Das zweigeschossige Herrenhaus verfügt über eine große Freitreppe, der Eingang ist von dorischen Säulen flankiert und auf dem Hof sprudelt Thermalwasser aus dem Brunnen. Die Schauseite des Hofes zum Markgräfler Platz hin wurde Mitte des 19. Jahrhunderts neu gestaltet. Beachtenswert sind hier die durchbrochenen Lüftungsluken im Dachgeschoss und der Kranzsims. Ein Blick durch die Flachbogeneinfahrt in den Innenhof lohnt sich!

Die Schauseite der Großen Hofanlage – Foto: Beate Ziehres

Die Schauseite der Großen Hofanlage – Foto: Beate Ziehres

Von hier sind es nur ein paar Schritte zur Martinskirche, dem bedeutendsten Baudenkmal Müllheims. Das schon 1881 profanierte Gotteshaus – heute Konzert- und Veranstaltungsraum – ist auf den Mauerresten einer großen römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert nach Christus erbaut. In der Turmhalle sind Wandmalereien aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts zu sehen.

Die Martinskirche in Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Die Martinskirche zu Müllheim– Foto: Beate Ziehres

Müllheim als Schauplatz der Badischen Revolution

Wir erreichen jetzt den Marktplatz, über den es ebenfalls eine interessante Geschichte zu erzählen gibt: Vom Balkon des sogenannten Stadthauses am Marktplatz rief der radikaldemokratische und antimonarchistische Vordenker Gustav von Struve bei seinem Aufstandsversuch die Republik aus. Das war im September 1848. Doch der sogenannte Struve-Putsch scheiterte, ebenso wie die ganze Badische Revolution. Später beeinflusste Struve die Wahlen in den USA und verhalf dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Abraham Lincoln zum Sieg.

Der Marktplatz in Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Der Marktplatz in Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Nun geht es weiter zum Blankenhorn Palais. Leider sind wir zu spät dran, um das Markgräfler Museum zu besuchen, das in diesem Gebäudekomplex untergebracht ist. Geschichte und Kunst – diesen Themen widmet sich das Markgräfler Museum.

Im Innenhof des Blankenhorn Palais’ sind architektonische Einflüsse aus dem benachbarten Frankreich deutlich erkennbar – ich möchte sogar sagen: spürbar. Die Stimmung im großen Hof hat schon etwas Französisches. Am in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Nordflügel fällt ein außergewöhnliches Element ins Auge: ein Wintergarten in Gusseisenkonstruktion.

Im Innenhof des Blankenhorn Palais – Foto: Beate Ziehres

Im Innenhof des Blankenhorn Palais – Foto: Beate Ziehres

Blankenhorn Palais mit Wintergarten (links oben im Bild) – Foto: Beate Ziehres

Blankenhorn Palais mit Wintergarten (links oben im Bild) – Foto: Beate Ziehres

Vom Gutedel und anderen Markgräfler Weinen

Nach soviel Historie wenden wir uns jetzt der Kernkompetenz der Menschen, die hier leben und arbeiten, zu: dem Weinbau. Müllheim nennt sich Weinhauptstadt des Markgräflerlandes. Diese Behauptung untermauern Zahlen: Sechs Weingüter, drei Winzergenossenschaften und 500 Hektar Weinanbaufläche machen Müllheim zur größten Weinanbaugemeinde der Region.

Unser Ziel in Müllheim ist das Weingut Engler. Seit 2004 führt Andrea Engler-Waibler das Weingut, das ihr Urgroßvater vor 126 Jahren gegründet hat. Damals lag der Hof am Rande der Stadt, heute darf sich Engler-Waibler über zentrumsnahe Lage freuen.

Das Weingut Engler in Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Das Weingut Engler in Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Beim Weingut Engler machen wir erste Bekanntschaft mit dem Gutedel, einer Spezialität des Markgräflerlandes. Die Rebsorte, die wahrscheinlich schon vor 5.000 Jahren angebaut wurde, gedeiht am besten in einer offenen Landschaft auf Lehm-Löss-Boden, sanft gestreichelt von warmen Winden. Auf einem Drittel der Rebflächen im Markgräflerland wird Gutedel kultiviert. Er ist das Alleinstellungsmerkmal des Markgräflerlandes, in anderen deutschen Weinbaugegenden kommt er so gut wie nicht vor.

„Der Gutedel ist zurückhaltend, er passt gut zum Essen, beispielsweise zu Kalbsgeschnetzeltem.“

Andrea Engler-Waibler öffnet eine Flasche 2017er Müllheimer Reggenhag, Kabinett, trocken. Wir sitzen in der modern eingerichteten Vinothek, während sich draußen ein Gewitter zusammenbraut.

Andrea Engler-Waibler in ihrer Vinothek – Foto: Beate Ziehres

Andrea Engler-Waibler in ihrer Vinothek – Foto: Beate Ziehres

Obwohl ich eher Rotwein trinke, schmeckt mir der Gutedel, den uns die Winzerin kredenzt, sehr gut. Ich finde, er ist herrlich leicht und frisch an einem warmen Tag wie diesem.

Weingut Engler in Müllheim: Umweltverträglicher Anbau

Während wir einen Auxerrois (2016er Müllheimer Paffenstück, Kabinett, trocken) probieren, erfahren wir, was einen Prädikatswein auszeichnet, wie viele Jahre Weinreben gut tragen und lernen die Philosophie des Weinguts Engler kennen

„Wir verzichten seit über 30 Jahren auf Herbizide. Die gezielte Einsaat mit diversen Kräutern hat sich bestens bewährt.“

Bevor wir auf Rotwein umsteigen, probieren wir noch einen fruchtig-leichten Chardonnay mit einem angenehmen Säurespiel: den 2016er Müllheimer Sonnenhalde Kabinett, trocken. Dann schenkt Andrea Engler-Waibler Spätburgunder Rotwein ein: ihren 2016er Müllheimer Reggenhag Kabinett, trocken. Der Wein ist wunderbar weich und kernig und hat eine ziegelrote Farbe. Dass der Burgunder hier gedeiht, ist ebenfalls dem milden Klima geschuldet. Wir erfahren, dass gute Rotweine durch Maischegärung entstehen. Auf dem Weingut Engler legt man auch Wert darauf, dass alle Rotweine in Holzfässern lagern.

In Müllheim die Arbeit des Winzers hautnah kennenlernen

Während wir einen weiteren Spätburgunder probieren – 2015er Müllheimer Reggenhag Spätlese, trocken – hören wir, dass Andrea Engler-Waibler auch Gäste mit in den Weinberg nimmt. Anlässe dafür gibt das Müllheimer Weinkolleg, ein Format mit vier Sessions in unterschiedlichen Jahreszeiten. Am 16. Juni findet beispielsweise das Sommer-Weinkolleg auf dem Weingut Engler statt.

„Bei unseren Weinkollegien lernen Sie in Theorie und Praxis, welche Schritte notwendig sind, bis der edle Tropfen im Glas landet. Sie dürfen selbst Hand anlegen, erhalten einen Einblick in den Beruf des Winzers und viele Insider-Informationen zum Weinbau im Markgräflerland und seinen typischen Rebsorten.“

Auf dieses weintouristische Angebot weist Sabine Lang, Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH, hin. Alle Wein- und Genusspauschalen – so beispielsweise Wanderungen auf dem Müllheimer Rundumwegli oder die August-Veranstaltung Jazz-Wein-Kultur sind buchbar auf der Webseite der Tourist-Information. Sabine Lang und ihr Team von der städtischen Tourist-Info beantworten auch alle weiteren Fragen, die Müllheim betreffen.

Sabine Lang, Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH und Fachbereichsleiterin Tourismus bei der Stadt Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Sabine Lang, Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH und Fachbereichsleiterin Tourismus bei der Stadt Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Gut gelaunt und mit Spätburgunder im Gepäck verlassen wir das Weingut Engler. Und mit der Zusage der Winzerin, auch nach Norddeutschland zu liefern. Über schmale Straßen steuert mein Lebensgefährte das Wohnmobil mit den beträchtlichen Abmessungen hinaus ins Eggenertal. Hier im Müllheimer Ortsteil Feldberg erwartet man uns schon im Gasthaus Ochsen zum Abendessen.

Übernachtungsplatz inmitten der Natur: beim „Ochsen“ in Müllheim-Feldberg

Hier beim „Ochsen“ ist auch unser Stellplatz für die kommende Nacht. Deshalb steht vor dem Vergnügen noch etwas Arbeit für den Fahrer auf dem Programm. Das Wohnmobil muss hinter dem Anwesen geparkt werden. Ich schwitze schon beim Zuschauen, aber alles klappt souverän. Am Ende können hier sogar weitere Gäste parken ;-).

"Unser" Wohnmobil auf dem Stellplatz des "Ochsen" – Foto: Bernd Ewert

„Unser“ Wohnmobil auf dem Stellplatz des „Ochsen“ – Foto: Bernd Ewert

Begleitet vom Gezwitscher der Vögel schlendern wir nun völlig entspannt durch den blühenden Garten des Ochsen, voller Vorfreude auf ein gutes Essen.

Blumen im Garten des "Ochsen" – Foto: Beate Ziehres

Im Garten des „Ochsen“ – Foto: Beate Ziehres

Wir werfen einen Blick in die gemütliche, originell eingerichtete Gaststube und entscheiden uns dann aber doch dafür, im Garten zu sitzen. Zwar ziehen sich dunkle Wolken über dem Schwarzwald zusammen und ab und zu zuckt ein Blitz in der Ferne. Doch die Luft ist einfach zu lau, um drinnen zu sitzen.

Blick in die Gaststube des "Ochsen" in Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Blick in die Gaststube des „Ochsen“ in Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Im Winter bestimmt herrlich: ein Platz am Kachelofen in der Gaststube des "Ochsen" in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Im Winter bestimmt herrlich: ein Platz am Kachelofen in der Gaststube des „Ochsen“ in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Sitzen unter Weinreben im Biergarten des "Ochsen" in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Sitzen unter Weinreben im Biergarten des „Ochsen“ in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Viel Zeit verbringen wir an diesem Abend mit der Lektüre der Karte. Im Ochsen bringt Hans Adam-Eglin, Chef des Hauses und gleichzeitig Küchenchef, original Markgräfler Gerichte auf den Tisch. Mit dem Essen im „Ochsen“ befasse ich mich in diesem Beitrag.

Fest steht: Begleitet vom Zirpen der Grillen schlafen wir in dieser Nacht gut ein. Allenfalls der Mond scheint hinter dem „Ochsen“ in unser Bett. Lichtverschmutzung gibt es hier nicht. Geweckt werden wir vom Krähen eines Hahnes und einer meckernden Ziege.

Ziege am Morgen ... – Foto: Bernd Ewert

Ziege am Morgen … – Foto: Bernd Ewert

Der Frühstückstisch ist für uns in der urigen Gaststube gedeckt. Und zwar liebevoll und mit allem, was das Herz begehrt! Sogar frischer Apfelsaft wird hier angeboten, dazu Radieschen, Tomaten, Joghurt, Käse, Wurst und Eier – nach Wunsch gebraten, als Spiegelei oder gekocht. Ich bin begeistert!

Wir bewundern noch den Innenhof des „Ochsen“, in dem es sich auch bei weniger gutem Wetter prima aushalten lässt …

Impression aus dem Innenhof des "Ochsen" in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Impression aus dem Innenhof des „Ochsen“ in Müllheim-Feldberg – Foto: Beate Ziehres

Sitzplatz im Innenhof des "Ochsen" – Foto: Beate Ziehres

Sitzplatz im Innenhof des „Ochsen“ – Foto: Beate Ziehres

… und schauen uns noch ein wenig im beschaulichen Feldberg um.

Shopping einmal anders – in der Bürgelnstraße in Feldberg bei Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Shopping einmal anders – in der Bürgelnstraße in Feldberg bei Müllheim – Foto: Beate Ziehres

Doch auf uns wartet ein neuer Tag im Markgräflerland mit einigen Highlights: Die Fahrt führt uns zuerst nach Schliengen zum Schloss Bürgeln. Mehr darüber lesen Sie im Beitrag Entdeckungstour durchs Markgräflerland #2: Schloss Bürgeln.

Mehr Platz für spontane Entdecker: Wohnmobilstellplätze in Müllheim

Auf neun Wohnmobilstellplätzen in Müllheim und den Ortsteilen finden insgesamt 30 Wohnmobile Platz. In Müllheim selbst gibt es Stellplätze am Freibad, am „Restaurant  Kreuz“ direkt an der B3 und an der Nussbaumallee. Hier haben wir den Wagen während unseres Besuchs beim Weingut Engler abgestellt. Hügelheim wartet mit drei Stellplätzen auf, jeweils einen Wohnmobilstellplatz gibt es in Britzingen, Zunzingen und in Feldberg.

Bitte bedenken Sie vor der Fahrt, dass auf allen Stellplätzen in Müllheim weder Ver- noch Entsorgung und keine Reservierungen möglich sind. Wir sind mit leerem Wassertank losgefahren, was sich als unvorteilhaft erwiesen hat. Im „Ochsen“ in Feldberg war man allerdings so nett und hat uns mit Wasser ausgeholfen.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der uns die Schwarzwald Tourismus GmbH eingeladen hat. Ich habe kein Honorar erhalten und gebe meine eigene Meinung wieder.

Heiko Müller von People Abroad war ebenfalls im Markgräflerland unterwegs. Hier lesen Sie, was er erlebt hat.

Der Beitrag Wohnmobil und Wein – eine Reise ins Markgräflerland #1: Müllheim erschien zuerst auf Reiselust-Mag.

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